Pfarrer Renner: Neue Wege gehen - in Ghana

Pfarrer Josef Renner freute sich am Sonntagvormittag sehr, den Gottesdienst in seiner Heimatgemeinde Süssenbach zelebrieren zu dürfen. Er sei nach Deutschland gekommen um für einen Freund die Primiz-Predigt zu halten und sich gesundheitlich durchchecken zu lassen, damit er gestärkt nach Ghana zurückkehren könne. In seiner Predigt sprach der Geistliche von den Herausforderungen, die er in Ghana meistern muss.

Besonders für Frauen sei es eine schwierige Situation, er wolle dafür sorgen, dass auch Mädchen dieselben Bildungschancen haben. Auch Toleranz sei sehr wichtig, er freue sich sehr, so gut in seiner neuen Heimat akzeptiert zu werden. Er habe eine gelungen Unruhestand. Beim Gottesdienst in Ghana werde gesungen, getanzt und getrommelt. Am Ende des Gottesdienstes dankte er dem Kirchenchor Süssenbach für die musikalische Gestaltung und lud zu einem Frühschoppen ins Gasthaus Jäger ein. Dort erzählte er von seinem Leben in Ghana und stellte sein zweites Buch „Mit Christus mitten unter den Menschen“ vor.

Seine Rückkehr nach Ghana vor drei Jahren sei anders als erwartet gewesen. Der Pfarrer vor Ort sei nicht sehr vertrauenswürdig gewesen und habe die Schule runtergewirtschaftet. Jetzt sei er für das religiöse Leben zuständig und mit 73 Jahren als Jugendseelsorger aktiv. Er habe versucht, neue Wege zu gehen, zum Beispiel mit Solarenergie, denn Strom sei in Afrika sehr wichtig. In diesem Jahr wurde an dem Oberstufengymnasium, das er gebaut hat, zum ersten Mal ein staatliches Abitur geschrieben.

Im Moment betreut Pfarrer Renner rund 660 Kinder, nächstes Jahr werden es wohl um die 1000 Mädchen und Jungen sein. Es sei sehr wichtig, dass seine Schulen einen guten Ruf haben, damit die Eltern ihre Kinder auch hinschicken, erklärte er. Insgesamt gehe es mit Ghana aufwärts. Renner will auch versuchen, dass die Schulen nicht mehr finanziell von ihm abhängig sind, denn momentan zahlt er mit seiner Pension noch einen Teil der Lehrergehälter. Dies soll künftig der Staat übernehmen.

Im schulischen Bereich wird er auch von Klosterschwestern aus Nigeria unterstützt, denen er ein Kloster gebaut hat. Momentan entsteht der 18. Bau unter seiner Leitung. Die Zuhörer hatten auch Gelegenheit an Josef Renner zu stellen. Es freue ihn sehr, so der Pfarrer, dass er sich noch entwickeln kann und etwas bewegt. Er sei sehr dankbar für die Unterstützung und das Interesse. In Süssenbach dürfe man stolz sein, ein Süssenbacher baue in Ghana Schulen. Am 10. Juli hält Pfarrer Renner noch einmal einen Gottesdienst in Süssenbach, bevor er am nächsten Tag nach Ghana zurückfliegt.