Präventionstage erhielten viel Lob

Präventionstage erhielten viel Lob

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Burglengenfeld. Am Dienstag (10. Juli) und Mittwoch (11. Juli) finden die Präventionstage in der Stadthalle Burglengenfeld statt. Diese Veranstaltung soll auf die Gefahren, die durch Alkohol, Drogen, Spiel- oder Internetsucht, etc. lauern, hinweisen und die Bevölkerung sensibilisieren. Die Schülerinnen und Schüler der Schulen aus dem Städtedreieck können an verschiedenen Workshops teilnehmen oder werden in Vorträgen aufgeklärt.

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Aber nicht nur Schüler sollen angesprochen werden, sondern die gesamte Gesellschaft, daher sind die Präventionstage am Dienstag von 17 bis 20 Uhr geöffnet und das bei freiem Eintritt. Bei der Eröffnung sagte Bürgermeister Thomas Gesche, dass Prävention ein Thema sei, das alle ansprechen sollte und gerade viele Lebensbereiche der Jugendlichen betrifft. Es gehe hauptsächlich darum, Kinder und Jugendliche früh zu mobilisieren und auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Diese können von den verschiedensten, teilweise gesellschaftlich akzeptierten Dingen, ausgehen. „So gesehen ist Prävention eine langfristige Investition in die Zukunft“, so Gesche.

Die Kinder und Jugendlichen wachsen heutzutage fast selbstverständlich mit dem Smartphone und den sozialen Medien auf. Da liegt die Vermutung nahe, dass man mit der Fülle an Informationen, die das Internet bereitstelle, die Zahl der aufgeklärten jungen Nutzer steige. Ja, man könnte meinen, dass Prävention fast überflüssig werde. „Aber genau das Gegenteil ist der Fall“, resümierte Gesche. Statt Aufklärung nimmt die Verunsicherung zu. Denn stimmt es wirklich, dass die Bilder schöner Menschen, die im Netz gezeigt werden, alle echt sind oder sind sie bearbeitet? Geht es anderen wirklich so viel besser, wie berichtet wird. Viele Fragen, die vor allem junge Menschen beschäftigen und nicht selten an sich selbst zweifeln lassen. „Daher ist Präventionsarbeit heute wichtiger denn je, denn wir dürfen die Heranwachsenden mit ihren Ängsten, Sorgen und Nöten nicht alleine lassen“, so Gesche.

Die Idee Präventionsarbeit von Jugendlichen für Jugendliche zu machen stammt von der Fokusgruppe Jugend, einer Jugendgruppe, die in Burglengenfeld vor rund drei Jahren aus einem Bürgerbeteiligungsprojekt entstand und, wie man sieht, bis heute äußerst aktiv ist. Fast ein Jahr hat diese Gruppe an dieser Veranstaltung gearbeitet, Aussteller und Sponsoren gesucht, die Stadtverwaltung um Unterstützung gebeten bzw. als Gastgeber dabei zu sein. „Die Idee hat mich sofort begeistert, und so haben wir von Seiten der Stadt das Projekt gerne unterstützt“, erzählte Thomas Gesche.

Merlin Bloch und Angelika Prohn, die Sprecher und Hauptorganisatoren, erzählten von den Anfängen der Fokusgruppe JUGEND. Im November 2014 setzten sie sich als oberstes Ziel Präventionsangebote im Städtedreieck zu schaffen. Weiterhin wurden Jugendbildungsfahrten und Ausflüge für Kinder und Jugendliche organisiert. Anfang 2017 überlegten sie, ein breitgefächertes Angebot für eine möglichst große Zielgruppe im Rahmen eines Projektes anbieten zu können. Das Hauptziel des Projektes ist es, Jugendliche über Drogen- und Alkoholmissbrauch, Nikotinkonsum sowie Gefahren wie Essstörungen, Aids und Depressionen aufzuklären.

Dazu einige Zahlen, die die Beiden recherchiert hatten:

2,6 Millionen Kinder haben mindestens ein Elternteil mit einem Alkoholproblem

1.333 Menschen starben 2017 an illegalen Drogen

6,42 Millionen Menschen starben 2015 weltweit an den Folgen des Nikotinkonsums – 121.087 Tote in Deutschland

2017 wurden in deutschen Krankenhäusern 7.764 Fälle von Anorexie und 1.949 Fälle von Bulimie diagnostiziert

88.400 Menschen waren 2016 HIV positiv, davon ca. 3.100 neu infiziert und ungefähr 12.700 Menschen wissen nichts von ihrer Infektion.

Trotz so großer Zahlen schenkt die Allgemeinheit solch heiklen Themen zu wenig Aufmerksamkeit. In den Schulen wird zwar Präventionsarbeit gemacht, aber es sollte auch außerhalb ein Thema sein. „Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur mit den Themen „Alkohol und Tabak“ konfrontiert werden, sondern eben auch mit anderen wichtigen Themen, die im Alltag und vor allem in der Gesellschaft nicht mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit behandelt werden. Denn in so einem jungen Alter verändert sich nicht nur der Körper, sondern auch der Geist und die Ansichten zu bestimmten Themen“, resümierte Merlin Bloch.

Als Schirmherrin für dieses Projekt konnte die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml gewonnen werden, die eine Videobotschaft an die Jugendlichen sandte.

Ehrenschirmherrin ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler. Sie hatte nur lobende Worte für die Organisatoren, die eine Veranstaltung aus dem Boden gestampft haben, die deutschlandweit einzigartig ist. Denn hier sprechen Gleichaltrige mit Gleichaltrigen. Wenn sie als Drogenbeauftragte zu Jugendlichen spricht, denken die sich, naja, was will die von uns. Aber wenn Gleichaltrige reden, nimmt man es sich vielleicht doch zu Herzen.

Prävention zeige auch bereits erste Erfolge, so wurde vor 20 oder 30 Jahren noch dreimal so viel geraucht wie heute. Aber man dürfe nicht nachlassen, dann E-Zigarette, Wasserpfeife werden immer populärer aber nicht gesünder. Wenn man bedenkt, dass von den 2,6 Millionen Kindern aus Drogenfamilien ein Drittel später selbst süchtig wird, das zweite Drittel mit psychischen Spätfolgen zu kämpfen hat und nur ein Drittel mit viel Glück ohne Schaden herauskommt, gibt das einem schon zu denken. Marlene Mortler hat sich als Ziel gesetzt, junge Menschen zu überzeugen, erst gar nicht mit dem Kiffen zu beginnen und den Weg zum ersten Joint noch mehr zu erschweren.

MdB Karl Holmeier dankte den Organisatoren für ihr Engagement. Dieses Projekt ist einmalig in ganz Deutschland und an Merlin Bloch und Angelika Prohn gewandt, sagte er: „Ihr seid der Startschuss für weitere Veranstaltungen.“ Von Seiten der Bundesregierung werde viel Geld bereitgestellt, aber man müsse auch etwas dafür tun, so Holmeier.

Landrat Thomas Ebeling weiß als ehemaliger Richter und Staatsanwalt, wohin Drogen führen können. Man kann nicht oft genug danke sagen, für das was hier auf die Beine gestellt wurde, so Ebeling.

Mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Burglengenfeld durch Marlene Mortler endete der offizielle Teil, und die Ehrengäste überzeugten sich beim Rundgang durch die Ausstellung selbst von dem vielfältigen Angebot. Verschiedene Vorträge, sei es im medizinischen Bereich, von Seiten der Polizei, des Zolls oder anderen Organisationen rundeten das Programm ab.

Besonders stolz waren die Verantwortlichen, dass Facebook Deutschland GmbH mit Maria-Teresa Weber (Public Policy Manager) und Johannes Baldauf (Online Civil Courage Initiative) bei den Workshops mit vor Ort waren, mit den Jugendlichen zu „Hate Speech im Internet“ diskutierten und Ratschläge gaben, wie man diese erkennen könne.


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