Protest gegen Notstandsgesetze - 50 Jahre danach

Protest gegen Notstandsgesetze - 50 Jahre danach

2 Minuten Lesezeit (392 Worte)

Regensburg. Protestplakate von 1968 bereichern den Bestand der Staatlichen Bibliothek Regensburg.

Das Jahr 1968 war zweifelsohne ein Epochenjahr. Zahlreiche Proteste bewegten die Bundesrepublik Deutschland. Vor allem die Vorhaben zur Notstandsgesetzgebung der ersten Großen Koalition führten zu einer breiten Protestbewegung der Außerparlamentarischen Opposition. Einen Höhepunkt der Proteste stellte sicherlich die Kundgebung verschiedener Gruppen der Außerparlamentarischen Opposition im Hofgarten der Bundeshauptstadt Bonn am 11. Mai 1968 dar. Diese größte Protestaktion im Freien wurde am Abend dieses Tages durch einen heftigen Gewitterregen aufgelöst.

Die besondere gesellschaftspolitische Situation veranlasste damals das Ehepaar Sabine und Frank Bertsch nach dem Regenguss am späten Abend im Hofgarten nachzusehen. Das Paar las dort viele weggeworfene und durchnässte Plakate und Dokumente auf und trocknete diese zuhause. Auf diese Weise entstand eine nicht alltägliche Sammlung direkter Protestdokumente zur Notstandsgesetzgebung. Sie besitzt in den Argumentationen, in der Wahl der Sprache und in der graphischen Gestaltung eine zeitgeschichtliche Bedeutung. Frank Bertsch entschloss sich nun, die Sammlung der Staatlichen Bibliothek Regensburg zu übergeben.

„Wir freuen uns sehr, dass diese Sammlung unsere Bestände bereichert. Es handelt sich dabei um wichtige Zeitdokumente“, so Bibliotheksleiter, Dr. Bernhard Lübbers. „Da nun fünfzig Jahre seither vergangen sind, werden wir im Herbst dieses Jahres eine Auswahl aus den Plakaten der Öffentlichkeit zeigen und gleichzeitig auch einen Blick auf die Vorgänge im Regensburg des Jahres 1968 werfen“, sagte Lübbers anlässlich der Übergabe der Plakate an die Bibliothek.

 

Über die Staatliche Bibliothek:


Die Staatliche Bibliothek Regensburg zählt mit ca. 480.000 Medien zu den großen kulturellen Institutionen in Regensburg und der Region. Gegründet 1816, ist die Bibliothek mit mehr als 90.000 Drucken mit Erscheinungsjahr vor 1800, mehr als 1.000 Handschriften und Autographen sowie etwa 7.000 Altkarten eine Schatzkammer des gedruckten Kulturerbes der Region. Sie verschließt sich aber auch der Transformation des anvertrauten Wissens in das digitale Zeitalter nicht. Neben vielen anderen Digitalisierungsprojekten wurden gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek und Google etwa 70.000 urheberrechtsfreie Drucke digitalisiert und über den Onlinekatalog zur Verfügung gestellt.

Damit nimmt die Staatliche Bibliothek Regensburg eine Spitzenstellung in der Bereitstellung digitaler Medien unter allen kulturellen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland ein. Ferner erfüllt die Staatliche Bibliothek die Aufgabe als Archivbibliothek nach dem Bayerischen Pflichtstückegesetz für den Regierungsbezirk Oberpfalz. D.h. von jedem veröffentlichten Werk der Region wird ein Exemplar dauerhaft in der Staatlichen Bibliothek verwahrt und steht einer öffentlichen Nutzung zur Verfügung. Öffnungszeiten: Mo – Fr 9-18 Uhr, Sa 14-18 Uhr


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