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Reformation: Seltene Drucke im ehemaligen Kloster Frauenzell

Reformation: Seltene Drucke im ehemaligen Kloster Frauenzell

3 Minuten Lesezeit (552 Worte)

Reformation. Zeit des Umbruchs - Präsentation seltener Drucke (1517-1648) im ehemaligen Benediktinerkloster Frauenzell

2017 kann das 500-jährige Reformationsjubiläum begangen werden, ein Ereignis, das die Welt – wie nur wenige andere historische Wegmarken – grundlegend verändert hat. Das Jahr 1517 mit dem Beginn der Reformation sollte sich besonders für die Kirche und das gesellschaftliche Leben in Deutschland als schicksalhaft erweisen. Aber auch das Kloster Frauenzell im Bayerischen Vorwald, das sich ab 1317 aus einer Einsiedlerzelle und Gebetsstätte entwickelt hatte, wurde in den Jahren nach 1517 – vor allem durch den Konfessionswechsel der regionalen Regenten und Protektoren zum Protestantismus – in den Strudel des Geschehens einbezogen und in seiner Existenz über Jahrzehnte massiv gefährdet.

Mit den politischen und kirchlichen Umbrüchen ging eine Medienrevolution einher: Die epochale Erfindung Johannes Gensfleischs, genannt Gutenberg, die auf der Kombination bereits vorhandener Techniken basierte, und deren revolutionärer Kern letztlich darin bestand, Bücher in ihre kleinsten Einheiten, nämlich in die Buchstaben des lateinischen Alphabets zu zerlegen, hatte enorme Auswirkungen. Schon wenige Jahrzehnte nachdem das erste Buch gedruckt worden war, lagen mehr als 30.000 Titel in geschätzten neun Millionen Exemplaren vor. Dennoch stagnierte der Absatz in den Jahren um 1500, der Markt war gesättigt. Aus dieser Situation halfen der „Druckindustrie“ nun Luther und die von ihm ausgelöste Reformation. Da Luthers Schriften reißenden Absatz fanden, wurde der Reformator zu einem „Bestsellerautor“, der den Buchmarkt zeitweilig in einem vorher und nachher nicht gekannten Ausmaß dominierte.

Lutherporträt aus einer Lutherbibel von 1670 (Staatliche Bibliothek Regensburg, 999/2Script.380)

In der Ausstellung in Frauenzell wird versucht, anhand einiger Bücher aus einer Privatsammlung, angereichert um einige Stücke aus dem Bestand der Staatlichen Bibliothek Regensburg, einen Eindruck von der medialen Vielfalt jener Zeit zu vermitteln. Damit soll ein kleiner Beitrag zur Reformationsgeschichte unserer Region im Jubiläumsjahr geliefert werden.
Die Ausstellung „Reformation - Zeit des Umbruchs. Präsentation seltener Drucke (1517-1648) im Kloster Frauenzell“ ist vom 06. August bis 10. September 2017 im ehemaligen Benediktinerkloster Frauenzell zu sehen. Öffnungszeiten: An Sonn- und Feiertagen von 11:00 bis 18:00 Uhr sowie an Werkstagen nach telefonischer Anmeldung unter 09484-9519669.
Zur Ausstellung erscheint auch eine Begleitpublikation, die vor Ort, über den Verein „Freundeskreis des ehemaligen Benediktinerklosters Frauenzell e.V.“ sowie über die Staatliche Bibliothek Regensburg bezogen werden kann:
Hans RUDOLPH, Reformation. Zeit des Umbruchs. Präsentation seltener Drucke (1517-1648) im Kloster Frauenzell (Kleine Schriften der Staatlichen Bibliothek Regensburg 10): Regensburg: Staatliche Bibliothek 2017; 80 Seiten; 3,- Euro

Über die Staatliche Bibliothek:
Die Staatliche Bibliothek Regensburg zählt mit ca. 480.000 Medien zu den großen kulturellen Institutionen in Regensburg und der Region. Gegründet 1816 ist die Bibliothek mit mehr als 90.000 Drucken mit Erscheinungsjahr vor 1800, mehr als 1.000 Handschriften und Autographen sowie etwa 7.000 Altkarten eine Schatzkammer des gedruckten Kulturerbes der Region. Sie verschließt sich aber auch der Transformation des anvertrauten Wissens in das digitale Zeitalter nicht.

Neben vielen anderen Digitalisierungsprojekten wurden gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek und Google etwa 70.000 urheberrechtsfreie Drucke digitalisiert und über den Onlinekatalog zur Verfügung gestellt. Damit nimmt die Staatliche Bibliothek Regensburg eine Spitzenstellung in der Bereitstellung digitaler Medien unter allen kulturellen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland ein. Ferner erfüllt die Staatliche Bibliothek die Aufgabe als Archivbibliothek nach dem Bayerischen Pflichtstückegesetz für den Regierungsbezirk Oberpfalz. D.h. von jedem veröffentlichten Werk der Region wird ein Exemplar dauerhaft in der Staatlichen Bibliothek verwahrt und steht einer öffentlichen Nutzung zur Verfügung. Öffnungszeiten: Mo – Fr 9-18 Uhr, Sa 14-18 Uhr

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