Anzeige
Jeder Mensch tickt anders - Leben nach der inneren Uhr

Jeder Mensch tickt anders - Leben nach der inneren Uhr

3 Minuten Lesezeit (563 Worte)

Bild: (c) www.foto-fine-art.de_pixelio.de  -  Lerche war’s und nicht die Eule. So kann man – sehr frei nach William Shakespeare – Menschen zuordnen, die von Natur aus eher zu den Frühaufstehern bzw. zu den Spätstartern in den Tag gehören. Menschen also, deren innere Uhren verschieden ticken.

 

Anzeige

 

Die Wissenschaft unterteilt Personen, deren Schlaf- und Wachphasen, Leistungsvermögen und auch Hormonspiegel sich entsprechend ihrem individuellen Biorhythmus von der Tageszeit her unterscheiden, in sogenannte Chronotypen. Demnach treibt es die „Lerche“ von Natur aus morgens früh aus dem Bett und abends früh hinein. Ausgeprägte Spätaufsteher oder Nachtmenschen werden als „Eule“ bezeichnet und die in der Bevölkerung am meisten verbreiteten „Normaltypen“ sind irgendwo dazwischen.

Zu welchem Chronotyp ein Mensch mehr tendiert, wird maßgeblich von seinen jeweiligen Genen bestimmt. Allerdings kann sich der Biorhythmus jedes Einzelnen im Laufe seines Lebens verändern. So gehören kleine Kinder in der Regel zu den Lerchen. Gleiches gilt für ältere Menschen. Sie werden von ihrer inneren Uhr morgens meist früh geweckt und abends dafür früher müde. Jugendliche wiederum kommen in der Frühe häufig „schwer in die Gänge“ und halten dafür später am Tag bzw. in der Nacht länger durch. Sie stellen somit klassische Eulen dar. Die Normalos oder Allrounder sind dazwischen angesiedelt. Etwa ab dem 20. Lebensjahr bildet sich beim Menschen dann sein persönlicher Biorhythmus aus, dann entscheidet sich, ob er Lerche, Eule oder Normaltyp ist.

Dazu betonen die Chronobiologen, jene Wissenschaftler, die sich mit unserer inneren Uhr beschäftigen, dass Lerchen und Eulen nicht unnormal oder abnorm sind. Sie ticken eben nur anders als das Gros der Bevölkerung, sind deshalb jedoch nicht fleißiger oder fauler als andere Menschen. Nur in den Phasen, in denen sie besonders wach und leistungsfähig sind, wenn Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur höher sind, der Körper also auf Leistung getrimmt ist, unterscheiden sie sich von der Norm.

Das bedingt auch, dass Menschen, die etwa aufgrund ihres Arbeitsalltags permanent gezwungen sind, von ihrem Biorhythmus abweichend zu leben, ihren Körper stärker belasten als Normaltypen. Bei diesen Lerchen und Eulen nehmen zudem das Unfallrisiko und die Fehlerhäufigkeit zu, während die Konzentrationsfähigkeit abnimmt, wenn sie außerhalb ihrer Hochphasen arbeiten müssen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist inzwischen ebenfalls, dass Menschen, die gegen ihre innere Uhr leben (müssen), insbesondere Schichtarbeiter, häufiger an Schlafstörungen, an chronischer Übermüdung und an Konzentrationsschwäche leiden. Sie sind zudem anfälliger für Herz-Kreislauf-Krankheiten, allergische Erkrankungen möglicherweise auch für Krebs. Störungen der körpereigenen Rhythmik können außerdem Übergewicht bedingen.

Deshalb ist es vorteilhaft zu wissen, welchem Chronotyp man selbst angehört. Denn von Fruchtfliegen und Mäusen weiß die Wissenschaft inzwischen, dass diese Tiere früher sterben, wenn sie gegen ihre innere Uhr leben. Forscher sind nun neuerdings mit einem Bluttest in der Lage, zu bestimmen, ob man zu den Lerchen, den Eulen oder zu der Mischform der Normaltypen gehört. Damit bekommen Menschen wichtige Informationen zu ihrem persönlichen Biorhythmus an die Hand, mit denen sie versuchen können, ihre innere Uhr besser mit ihrem Alltag in Einklang zu bringen – indem sie den individuellen Bedürfnissen ihres Körpers mehr Beachtung schenken. Auch lässt sich die innere Uhr mit Licht bis zu einem gewissen Grad „umstellen“.

Hilfreiche Hinweise können auch Mediziner durch die Bestimmung des jeweiligen Chronotyps bekommen: So ist mittlerweile bekannt, dass Medikamente unterschiedlich wirken, je nachdem, wann sie eingenommen werden. Zudem lassen sich je nach Chronotyp Diagnosen präziser stellen sowie Therapien individueller gestalten und anpassen. Von weiteren Fortschritten in der Chronobiologie erhoffen sich Forscher nicht zuletzt auch Erfolge in der Krebstherapie.

Anzeige

Updates abonnieren Abo beenden Drucken

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.ostbayern-kurier.de/

Region Schwandorf

04. August 2021
Bayern/Domazlice (CZ). Nach einem Zugunglück in Tschechien heute Morgen schaltet die Polizei Oberpfalz eine deutsche Informationshotline. ...
04. August 2021
Steinberg am See. Der wiedergewählte Steinberger CSU-Ortsvorsitzende Bernd Hasselfeldt zog eine durchwachsene Bilanz der zurückliegenden Amtsperiode, die vom Kommunalwahlkampf bestimmt war. Coronabedingt fielen alle traditionellen Veranstaltungen aus...
04. August 2021
Schwandorf. Johannes Guder und Johannes Tauer vom gemeinnützigen Verein „SpendenLike e.V." stellten OB Andreas Feller ihr derzeitiges Spendenprojekt „120 Fahrräder für Schulkinder in Entwicklungsländern" vor. ...
03. August 2021
Nittenau. In der Stadtratssitzung im November 2020 wurden der Erste Bürgermeister Benjamin Boml und die Verwaltung mit der Organisation eines Jugendparlaments beauftragt. Nachdem pandemiebedingt größere Treffen zunächst nicht möglich waren, konnte di...
03. August 2021
Maxhütte-Haidhof. Im In­ter­net sur­fen an der Badestelle Tegelgrube: Das ist dort in wei­ten Tei­len des Areals ab so­fort mög­lich. Die Stadt Maxhütte-Haidhof stellt den kos­ten­f­rei­en In­ter­net-Zu­gang zur Ver­fü­gung. ...
02. August 2021
Meßnerskreith. Am Samstag, den 24. Juli fand für fünf Jugendfeuerwehranwärter und eine Feuerwehranwärterin die Prüfung des Basismoduls der Modularen Truppausbildung (MTA) statt. Dieser Lehrgang ist die Grundausbildung für jeden aktiven Feuerwehrangeh...
Anzeige

Amberg, Sulzbach-Rosenberg

04. August 2021
Bayern/Domazlice (CZ). Nach einem Zugunglück in Tschechien heute Morgen schaltet die Polizei Oberpfalz eine deutsche Informationshotline. ...
09. November 2020
Amberg-Sulzbach. Es war der 11. November 2000. Beim Seilbahnunglück von Kaprun sterben 155 Menschen, darunter 20 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, überwiegend aus Vilseck und Hahnbach, aber auch aus Sulzbach-Rosenberg und Rieden. Erstickt oder verb...
24. Oktober 2020
Amberg-Sulzbach. Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat die 7-Tage-Inzidenz von 35 überschritten. Somit tritt § 24 der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (7. BayIfSMV) ab Sonntag, 25. Oktober 2020, 0 Uhr, in Kraft. Es wird eine M...
23. Oktober 2020
Sulzbach-Rosenberg. Im Rahmen eines kleinen Festaktes bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenbach führte in dieser Woche Polizeivizepräsident Thomas Schöniger den zukünftigen stellvertretenden Leiter der Dienststelle, Polizeihauptkommissar Alexander...
21. Oktober 2020
Wir weisen dieses Angebot der öffentlichen Arbeitgeber entschieden zurück. Es ist eine klare Mogelpackung. Damit sollen sich die Beschäftigten ihre Einkommenserhöhung faktisch selbst finanzieren. Das ist eindeutig keine Grundlage für einen tragfähige...
21. Oktober 2020
Die Stadt Amberg stellt auch in diesem Jahr wieder einen warmen Unterschlupf in der kalten Jahreszeit für Obdachlose und Nichtsesshafte zur Verfügung. Die Wärmestube, in der Austraße, ist ab Montag, 26. Oktober 2020, wieder täglich von 8 bis 17 Uhr g...

Für Sie ausgewählt