Rudolf Graf seit 70 Jahren bei der Gewerkschaft

Rudolf Graf seit 70 Jahren bei der Gewerkschaft

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Amberg. „Mit euch und durch euch konnten wir Tarifverträge durchsetzen für bessere Löhne, weniger Arbeitszeit, mehr Freizeit und besseren Arbeitsschutz,“ blickte Stefan Dietl, stellvertretender ver.di-Bezirksvorsitzender, auf gewerkschaftliche Erfolge seit dem zweiten Weltkrieg zurück. Bei der Ehrung langjähriger Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in der Alten Kaserne betonte er: „Als vor 70 Jahren Jubilar Rudolf Graf Gewerkschaftsmitglied wurde, war dieses Land noch immer geprägt vom Krieg, war geprägt von Hunger und Armut. Trotzdem suchten Millionen hier Zuflucht“.

Mehr als zehn Millionen Flüchtlinge mussten trotz der Zerstörungen durch den Krieg in Wirtschaft und Gesellschaft integriert werden, brauchten eine Bleibe, eine Arbeitsstelle und Lebensmittel. Dietl betonte: „Auch heute suchen zahlreiche Menschen in diesem Land Schutz. Sie fliehen vor autoritären Systemen, vor Krieg, vor Folter und Verfolgung“. Es werde eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre sein, die hier Schutzsuchenden sowohl in den Arbeitsmarkt zu integrieren als auch in die Gewerkschaftsarbeit einzubinden „und all denen entgegenzutreten die versuchen mit Vorurteilen und Ängsten auf Stimmenfang zu gehen“. Stefan Dietl führte aber auch aus, „dass die Kämpfe und Auseinandersetzungen, die wir führen müssen, in den nächsten Jahren nicht weniger werden“.

Es gehe bei Tarifverhandlungen aber auch bei gesellschaftlichen Grundfragen insbesondere um soziale Gerechtigkeit, denn die Schere zwischen arm und reich klaffe immer weiter auseinander. Einer dieser Kämpfe, so Dietl, sei der Kampf gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Wenn Politiker und sogenannte Arbeitsmarktexperten behaupteten, 7,5 Millionen Mini-Jobs seien nur Zuverdienst-Jobs, „so ist das Quatsch“. Und er brachte es auf den Punkt: „Von den Minijobs profitieren ausschließlich die Arbeitgeber, die auf billige und sehr flexible Arbeitskräfte zurückgreifen können. Die Löhne sind extrem niedrig und bieten den Beschäftigten keinerlei Sicherheit“. Eine Einzahlung in die Sozialkassen finde praktisch nicht statt. Der Weg in die Altersarmut sei damit vorprogrammiert.

Sein Dank für Solidarität und gewerkschaftliches Engagement aber gelte den Jubilarinnen und Jubilaren. Mit Urkunde, Ehrennadel und Präsent ehrte er gemeinsam mit Gewerkschaftssekretär Udo Hartl für 70 Jahre Mitgliedschaft Rudolf Graf. Auf 65-jährige Mitgliedschaft kann Hubert Söllner, auf 60-jährige Armin Nentwig zurückblicken. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Werner Koller und Lothar Zier, für 40-jährige Josef Bloedt, Johann Eierer, Egon Gruber, Josef Koch, Sigrid Stark, Hans Trepschick und Johann Wiesnet geehrt.

Es sei ihnen Freude und Ehre zugleich, betonten Margarete Segerer, Mitglied des ver.di-Ortsvorstands (stehend Zweite von rechts) und stellvertretender ver.di -Bezirksvorsitzender Stefan Dietl (stehend links), zahlreiche Jubilare für 25-jährige Mitgliedschaft ehren zu können.

Seit 25 Jahren gehören Bernhard Danzer, Reiner Donhauser, Maria Eichmüller, Richard Ertl. Gisela Holzmann, Albert Hummel, Herbert Kastner, Lydia Kopitz, Wolfgang Müller. Reinhard Orywol, Martina Pieler, Monika Schmidt und Gabriele Widder der Gewerkschaft an. Verhinderten Jubilaren, so Gewerkschaftssekretär Udo Hartl, werde Urkunde und Ehrennadel nachgereicht.


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