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Schule brennt: zum Glück nur eine Übung

Schule brennt: zum Glück nur eine Übung

3 Minuten Lesezeit (671 Worte)

Rieden. „Zimmerbrand in der Grundschule Rieden. Starke Rauchentwicklung, 13 vermisste Personen,“ so lautete kurz vor 11 Uhr am Samstag die Meldung, mit der insgesamt zwölf Feuerwehren alarmiert wurden. Alarmiert zu einer gemeinsamen Großübung der Wehren Rieden und Vilshofen, an der sich die Feuerwehren Ebermannsdorf, Ensdorf, Wolfsbach, Thanheim, Schmidmühlen, Winbuch, Emhof, Pilsheim, Dietldorf und Amberg sowie die BRK-Bereitschaft Amberg beteiligten.

Kreisbrandinspektor Hubert Blödt und die Kreisbrandmeister Jürgen Ernsberger, Armin Daubenmerkl und Helmut Braun beobachteten die Übung. 123 Kinder hatten an diesem außerordentlichen Schultag freiwillig an der Übung teilgenommen.

Sie verließen mit sechs Lehrkräften, Rektor Rudolf Scheuerer und Hausmeister Anton Schmal, der über 112 die Rettungsleitstelle informiert hatte, geordnet das Schulgebäude. Auf dem umzäunten Sporthartplatz versammelten sie sich, wurden dort auf Vollzähligkeit überprüft.

Nach einigen Minuten trafen die Feuerwehren Rieden und Vilshofen ein. Riedens Kommandant Rainer Salbeck übernahm die Einsatzleitung unterstützt von Rudolf Beck, Kommandant der Vilshofener Wehr. Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Feuerwehr Vilshofen stellte einen Einweiser für die folgenden Wehren an der Staatsstraße ab. Gemeinsam mit der Pilsheimer Wehr positionierte sie sich dann an der Thanheimer Straße am Hydranten, legte eine Schlauchleitung für den Atemschutz und übernahm die Atemschutzüberwachung.

Die Feuerwehr Rieden hatte je einen Einweiser am Gasthaus zur Brücke und zur Abzweigung zum Pausenhof abgestellt. Die Wehren Winbuch und Emhof waren zuständig für die Wasserentnahme aus der Vils, zu der die Feuerwehr Rieden eine doppelte Schlauchleitung mit dem SW-Kat unter der Staatstraße und über die Max-Reger-Straße zur Schule legte. Die Wehren Wolfsbach und Thanheim platzierten an der Kreuzung Max-Reger-Straße und Mittelweg die notwendigen Pumpen.

Die Schmidmühlen Wehr positionierte sich mit der Wehr Ebermannsdorf am Hydranten am Mittelweg und übernahm auf von dort aus die Atemschutzüberwachung für den Eingang zum stark verqualmten Werkraum. In diesen waren Vilshofener Atemschutzgeräteträger eingedrungen, suchten mit einer Wärmebildkamera die Vermissten und retteten sie.

Vom Haupteingang der Schule aus unterstützte die Feuerwehr Dietldorf die Ensdorfer Wehr, die am Pausenhof positioniert war. Dort war inzwischen auch die Amberger Wehr dabei über ihre auf 18 Meter ausgefahrene Drehleiter aus der verqualmten ersten Etage Verletzte zu bergen. Diese wurden ebenso wie die aus dem Werkraum geborgenen, dort war auch ein Atemschutzgeräteträger bewusstlos zusammengebrochen, den Kräften der BRK übergeben.

Auf dem Parkplatz und auf der Wiese um den Maibaum vor der Schule hatte das BRK Versorgungsplätze installiert, nahm dort Erstversorgungen vor. Nach zwei Stunden war die Übung beendet, die Schülerinnen und Schüler bekamen eine Brotzeit und Rektor Scheuerer versprach ihnen einen Hausaufgabengutschein. Bürgermeister Erwin Geitner aber lud alle Übungsteilnehmer zu einer gemeinsamen Brotzeit ins Feuerwehrgerätehaus ein.

Kommentare zur Übung:

Rektor Rudolf Scheuerer nannte die Übung „eine tolle Sache, bei der auch die Fluchtwege überprüft wurden“. Die Kinder, von der Feuerwehr begeistert, hätten gerne mitgemacht – sie waren vorbereitet. Wie aber würden sie aber im Ernstfall reagieren, wenn Panik aufkomme, so Scheuerer. Deshalb werde im kommenden Halbjahr eine nicht angesagte Übung stattfinden.

Für Bürgermeister Erwin Geitner spielte bei der Übung die Koordination der Wehren eine große Rolle. Ebenso die Wasserversorgung aus der Vils mit den notwendigen Zwischenpumpen. Sein Dank gelte den teilnehmenden Feuerwehren, den Schulkindern und Lehrkräften, „die ihre Freizeit für diese wichtige Übung opferten“.

Der Manöverkritik stellte KBI Hubert Blödt den Dank an die Gemeinde, dem BRK-Rettungsdienst aber auch an alle teilnehmenden Feuerwehren, „welche 365 Tage im Jahr bei jeder Witterung ihren ehrenamtlichen Dienst zum Schutz der Bevölkerung rund um die Uhr ausüben,“ voran. Er lobte die gut vorbereitete und auch gut abgelaufene Übung. Er betonte „Die Räumung der Schule hat hervorragend funktioniert“. Der Menschenrettung aber habe sich alles unterzuordnen, während zeitgleich die notwendigen Löschmaßnahmen durchgeführt würden.

Riedens Feuerwehrkommandant, Einsatzleiter Rainer Salbeck, hob hervor, dass es sich um eine Gemeinschaftsübung der Wehren Rieden und Vilshofen gehandelt habe. Sie sei in mehreren Sitzungen vorbereitet worden. Den Informationsfluss zwischen den Wehren und dem BRK und die Zusammenarbeit bezeichnete Salbeck als gut.

Auch Erkenntnisse zu Verbesserungen, so Kommandant Rudi Beck von der Wehr Vilshofen, seien bei der Übung gewonnen worden. Etwa, dass bei der Wasserförderung über die lange Schlauchstrecke von der Vils bis zum Einsatzort, es notwendig sein könne, weitere Pumpen zu den zwei vorgesehenen zu installieren.

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