Schulterschluss - für Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien

Schulterschluss - für Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien

2 Minuten Lesezeit (346 Worte)

Landkreis Regensburg. Vier bis sechs Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in Haushalten, in denen ein oder beide Elternteile missbräuchliches oder süchtiges Konsumverhalten aufweisen. Diese Kinder sind besonderen Belastungen ausgesetzt, wie etwa körperliche und psychische Gewalt, unsichere Bindung und instabiles Elternverhalten. Bis zu 40 Prozent der Kinder alkoholabhängiger Eltern entwickeln selbst eine substanzbezogene Abhängigkeitserkrankung und stellen daher eine wichtige Zielgruppe für Präventionsangebote dar. Bei der 80. Plenumssitzung des Suchtarbeitskreises im Landratsamt setzten sich dazu 60 Fachleute aus den Bereichen der Suchthilfe und der Jugendhilfe mit dem Thema „Schulterschluss – für Kinder und Jugendliche in suchtbelasteten Familien“ auseinander.

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Marco Stürmer von Prop e.V., einem Verein für Prävention, Jugendhilfe und Suchttherapie, gab in seinem einstündigen Referat einen umfassenden Überblick über das bayernweite Projekt „Schulterschluss“, das er als Projektkoordinator betreut, sowie über die Situation der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Das Projekt soll die Jugendhilfe und die Suchthilfe vernetzen und das jeweilige Angebot und die Professionalität der Fachkräfte bündeln. Ziel ist es dabei, die Unterstützung der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu optimieren. Fortgesetzt wird das Projekt „Schulterschluss“ im Rahmen eines Evaluationsseminars im Herbst diesen Jahres. Dort sollen das bisher Erreichte und die nächsten Ziele strukturiert, reflektiert und weiterentwickelt werden.

Der Vernetzungsgedanke war im Mai 2017 nach einem zweitägigen Kooperationsseminar „Schulterschluss“ für Fachkräfte aus der Jugend- und Suchthilfe entstanden. Damals hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als ein Ergebnis des Seminars den Wunsch geäußert, sich mit einer regionalen Arbeitsgruppe „Schulterschluss“ dem Suchtarbeitskreis Regensburg mit Geschäftsführung am Gesundheitsamt anzuschließen. Die Gruppensprecherinnen Evelyn Strobel (Drugstop e.V.) und Silvia Meimer (Koordinierende Kinderschutzstelle der Stadt Regensburg) stellten sich nun im Rahmen des Plenums zusammen mit Christine Brückl, der Geschäftsführerin für diese Arbeitsgruppe, vor. Beide Sprecherinnen hoben dabei als Vorteile das gegenseitige Kennenlernen, den Blickwinkel der Fachleute aus den jeweils anderem Fachgebiet und das damit verbundene erhöhte Verständnis sowie die kürzeren Wege hervor. Es bestand Konsens unter den Gruppenmitgliedern darüber, dass man weiterhin mit vereinten Kräften an der Optimierung des Versorgungsangebotes für Kinder aus Suchtfamilien arbeiten wolle.

Weitere Infos zum Suchtarbeitskreis Regensburg und auch zum Vortrag finden sich auf www.suchtinfo-oberpfalz.de (unter Downloadcenter im grauen Kasten).


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