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Sterbebilder als Spiegel der Gesellschaft

Sterbebilder als Spiegel der Gesellschaft

2 Minuten Lesezeit (331 Worte)

„Sterbebilder sind ein Spiegelbild der Gesellschaft, des Zeitgeschehens und belegen den kulturellen und religiösen Umgang mit dem Tod“. Mit diesen Worten fasste Hans Weiß seinen Vortrag zusammen.Der Freundeskreis Kloster Ensdorf und die Salesianischen Mitarbeiter Don Boscos hatten zur Einführung in die Geschichte und Entstehung von Sterbebildern und Totenzetteln sowie die begleitende Ausstellung „Sterbebilder aus der Gemeinde Ensdorf“ geladen. Bei Katholiken in der Oberpfalz sei das Sterbebildl,“ das beim Trauergottesdienst verteilt werde, „allgemein üblicher Gebrauchsgegenstand,“ so Weiß. Seit dem frühen 17. Jahrhundert gebe es das Sterbebild in der heutigen Form und es werde außerhalb des süddeutschen Raums auch Totenzettel genannt. Zur Volkstümlichkeit der Ausgabe von Sterbebildern sei es mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht zu Beginn des 19. Jahrhunderts gekommen. Auch dem „einfachen Mann“ war es nun möglich Informationen auf den Sterbebildern zu lesen.

Das Sterbebild wandelte sich natürlich auch im Laufe der Zeit. So wurde das ab 1890 meist aufgeklebte Foto der Verstorbenen um 1915 durch das Klischeebild ersetzt. Auch wurde vor 1960 nur das Sterbedatum und anstelle des Geburtsdatums das Alter bei Eintritt des Todes, „da bei Katholiken dem Geburtstag gegenüber dem Namenstag ein wesentlich geringerer Stellwert eingeräumt wurde,“ angegeben.

Interessiert betrachteten die Besucher die Ausstellung „Sterbebilder aus der Gemeinde Ensdorf“ im Kreuzgang des Klosters.

 

Hans Weiß ging auch auf die „Gefallenenbilder mit Ganzporträt“ des Ersten Weltkriegs und die des Zweiten Weltkriegs ein. Kriegs- und nationalistische Symbole und Parolen ersetzten ab 1941/423 religiöse Symbole und Texte. Nach der damaligen Ideologie starben die Soldaten den Heldentod „für Führer, Volk und Vaterland“. Nach 1950, führte Hans Weiß in seinem über PowerPoint illustrierten Vortrag weiter aus, schmückten Reproduktionen berühmter Künstler die Vorderseiten der Sterbebilder. Seit Ende des letzten Jahrhunderts änderten sich die Darstellung der Bildnisse vom Christlichen Motivbild häufig zu stimmungsvollen Herbst- und Abendlandschaften oder auch zu Blumenbildern.

Anschließend eröffnete Hans Weiß, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreis Kloster Ensdorf, die Ausstellung „Sterbebilder aus der Gemeinde Ensdorf“ im Kreuzgang des Klosters. Diese ist bis Sonntag. 13. November, von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen.

 

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