Thanheimer Kirwa: Armschmalz, Gstanzln und Tänze

Thanheim. Nieselregen konnte die kräftigen Mannsbilder am Samstagnachmittag nicht stören. als neben dem vor dem Gasthaus „Zur Dorfschmiede“ aufgebauten Festzelt den Kirwabaum aufstellten.

 

Jürgen Hofmeister, der auch als Baummeister agierte, hatte die 25 Meter hohe Fichte spendiert, Kirwaburschen sie teilweise geschält, geringelt und „Thanheim 2018“ eingeschnitzt. Die Kirwamoidln banden drei Kränze, den untersten zierten Herzen mit den Namen der acht Kirwapaare. Dann ging es zur Sache, Armschmalz war gefragt.

Jürgen Hofmeister kommandierte „Pack’ mas a“ und „Nu an Schub,“ an die 28 kräftige Mannsbilder wuchteten mit Goißn den Baum in die Senkrechte. Dann wurde der Baum noch verkeilt und endlich gab es die ersten Seideln Kirwabier für die verschwitzten Mannsbilder. Am Abend aber hieß es dann auf zur Goaßhalbe-Party.

Der Höhepunkt der dreitägigen Thanheimer Kirchweih ist jedoch der Festgottesdienst zu Ehren des Namenspatrons in der Bartholomäus-Kirche am Sonntagvormittag, den Pater Thomas Lüersmann zelebrierte. Anschließend war Frühschoppen im Festzelt angesagt. Bayerische Schmankerln wurden zum Mittagessen in der „Dorfschmiede“ und im Festzelt serviert. Gegen 15 Uhr holten dann mit dem festlich geschmückten Traktor und Ladewagen die Kirwaburschen ihre Moidln ein. Die Sternpolka, den Jiffy Mix, einen Zwiefachen, s’ Fernsterl und die Kreuzpolka zeigten sie „rund um a mit bunten Bandln g’schmückts Birkerl“ neben dem Kirwabaum. „Du, er und i,“ der Peter (Tuba), der Mario (Schifferklavier) und der Lugge (Gitarre) spielten dazu auf.

Dazwischen hörte man, dass die Thanheimer die schönsten Kirwamoidln, auch die schönsten Kirwaburschen haben. In den Tanzpausen – „… hom mir an Durscht“ – tranken die Paare kräftig aus ihren Krügen. Zwei Kirwaburschen brachten das Publikum mit Gstanzln zum Lachen, denn sie frotzelten über die Ensdorfer: „An Ensdorfer Kirwabaum ham mia heuer g’lost. Dann ham mia erne g’sagt „Schaut’s zou, dass’d 30 Liter Bier herdouts“. Auch die Wolfsbacher und Riedener bekamen ihr Fett weg.

Bei einem Walzer wurde dann das Oberkirwapaar 2018 ausgetanzt. Susanne Hönig und Thomas Scharr heißen die Glücklichen, die sogleich Süßigkeiten unters Volk warfen und auch dem Tanzlehrer der Kirwapaare, Florian Walter, dankten. Nach dem Ehrenwalzer spielten „Du, er und i“ weiter im Festzelt auf. Natürlich gab es auch Kaffee und Kuchen und wie auch an allen Tagen Spezialitäten vom Grill wie Bratwürste und Steaks sowie neben süffigem Bier auch alkoholfreie Getränke.

Am Abend übernahmen die „Schnarrndorfer“ das musikalische Kommando und die Kirwapaare skandierten „O Kirwa, lao niat nou.“ Am Kirchweihmontag aber wurde nach einem stärkenden Frühschoppen der Kirwabär durchs Dorf getrieben. Am Abend feilten dann „D’ Stoderer und Er“ noch einmal so richtig auf und gegen 22 Uhr wurden der Kirwabaum verlost und der Meistpreis vergeben.