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Todesursachen-Statistik 2015 in Amberg

Todesursachen-Statistik 2015 in Amberg

5 Minuten Lesezeit (923 Worte)

Smbolbild: (c) Albrecht E., pixelio.de

Hintergrund

Das Gesundheitsamt Amberg erhält alle ärztlichen Todesbescheinigungen der in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach Verstorbenen, prüft die Sterbedaten und Todesursachen auf Plausibilität und Vollständigkeit und leitet dann die Bescheinigungen an das Bay. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung zur detaillierten Auswertung weiter. Dort werden auch die Sterbefälle von auswärts verstorbenen Bürgern erfasst. Nachfolgend werden im Vergleich mit den kürzlich vom Statistischen Bundesamt vorgestellten Daten für Deutschland die lokalen Ergebnisse für das Jahr 2015 präsentiert [1,2].

  1. I.Todes­fälle in der Stadt Amberg im Jahr 2015

Im Jahr 2015 verstarben in Amberg insgesamt 563 Menschen, davon 268 Männer und 295 Frauen. Damit ist die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um 20 (3,7%) gestiegen und liegt deutlich über der Zahl der Geburten (351) in Amberg 2015. In den letzten zehn Jahren lag die Höchstzahl der Sterbefälle bei 601 im Jahr 2008, der niedrigste Wert war 2006 mit 471 erreicht worden. Etwa die Hälfte der verstorbenen Frauen und ein Viertel der verstorbenen Männer waren 85 Jahre und älter. Der Anteil der unter 50-Jährigen betrug rund 5%.

Die häufigste Todesursache war, wie schon in den Vorjahren, eine Herz-/Kreislauferkrankung. 40% (bundesweit 39%) aller Sterbefälle im Jahr 2015 waren darauf zurückzuführen. Vor allem bei älteren Menschen führten diese Erkrankungen zum Tod. 91 % der an einer Krankheit des Herz-Kreislaufsystems Verstorbenen waren 65 Jahre und älter. An einem Herzinfarkt, der zu dieser Krankheitsgruppe gehört, verstarben im Jahr 2015 insgesamt 33 Amberger. Davon waren 23 Männer und 10 Frauen. Insgesamt wurde die Diagnose Herzinfarkt bei knapp 6% aller Todesfälle angegeben (bundesweit 5,5 %). Im Langzeitverlauf zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Herzinfarktsterblichkeit, was auf große Fortschritte gerade auch bei der medizinischen Versorgung zurückzuführen ist.

Zweithäufigste Todesursache waren, wie schon in den Vorjahren, die Krebserkrankungen: 23% aller Verstorbenen (129 Menschen) – bundesweite Rate 24,5% - erlagen im Jahr 2015 einem Krebsleiden, darunter 71 Männer und 58 Frauen. Bei Männern waren die bösartigen Neubildungen der Atmungsorgane (Lungen- und Bronchialkrebs) beziehungsweise der Verdauungsorgane die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Häufigste Einzeldiagnose war bei den Männern Lungenkrebs (18) mit deutlichem Abstand vor Darmkrebs (9). Bezogen auf die Einwohnerzahl und im Vergleich zu den bayern- und bundesweiten Raten erkranken und sterben überdurchschnittlich viele Amberger Männer an Lungenkrebs, was auf das Rauchen als den wichtigsten Risikofaktor hinweist. Frauen waren am häufigsten von einer bösartigen Neubildung der Verdauungsorgane betroffen. Häufigste Einzeldiagnose bei den Krebserkrankungen von Frauen war jedoch der Brustkrebs (11) vor Darmkrebs (5).

Unfälle oder Stürze waren für den Tod von 8 Menschen (Vorjahr 11) verantwortlich, 5 Männern und 3 Frauen. Durch einen Suizid beendeten 3 Männer ihr Leben, im Vorjahr mussten 10 Männer und 2 Frauen verzeichnet werden. Der 10-Jahresmittelwert liegt in Amberg bei 6 Suizidfällen. Dies bewegt sich in Höhe der bayerischen Suizidrate. 72% aller Suizide im 10-Jahreszeitraum wurden von Männern begangen.

  1. II.Todes­fälle im Landkreis Amberg-Sulzbach im Jahr 2015

Im Jahr 2015 verstarben im Landkreis insgesamt 1262 Menschen, davon 640 Männer und 622 Frauen. Im Vergleich dazu fiel die Zahl der Geburten mit 808 weit niedriger aus. Die Todesfälle sind gegenüber dem Vorjahr um 142 (12,7%) gestiegen und haben den bisherigen Höchststand von 1133 im Jahr 2012 deutlich übertroffen (niedrigste Zahl 2004: 1024). Dies hängt mit der demografischen Alterung zusammen. 54% der verstorbenen Frauen und 28% der verstorbenen Männer waren 85 Jahre und älter. Der Anteil der unter 50-Jährigen betrug knapp 3%.

Die häufigste Todesursache war, wie schon in den Vorjahren, eine Herz-/Kreislauferkrankung. 43 % aller Sterbefälle im Jahr 2015 waren darauf zurückzuführen. Rund 93 % der an einer Krankheit des Herz-Kreislaufsystems Verstorbenen waren 65 Jahre und älter. An einem Herzinfarkt, der zu dieser Krankheitsgruppe gehört, verstarben im Jahr 2015 insgesamt 70 Menschen. Davon waren 51 Männer und 19 Frauen. Die Rate, bezogen auf alle Todesfälle, betrug rund 5,5%, was dem bundesweiten Anteil entspricht. Auch im Landkreis lässt sich der rückläufige Trend bei der Herzinfarktsterblichkeit erkennen.

Zweithäufigste Todesursache waren, wie schon in den Vorjahren, die Krebserkrankungen: Knapp 22% aller Verstorbenen erlagen im Jahr 2015 einem Krebsleiden, 147 Männer und 125 Frauen. Die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten bei Männern waren die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane vor denen der Atmungsorgane (Lungen- und Bronchialkrebs). Häufigste Einzeldiagnose war bei den Männern im Landkreis Darmkrebs (30) vor Lungenkrebs (26). Die Frauen waren ebenfalls am häufigsten von einer bösartigen Neubildung der Verdauungsorgane betroffen. Häufigste Einzeldiagnose bei den Krebserkrankungen von Frauen war Darmkrebs (18) vor Brustkrebs (17).

Unfälle oder Stürze waren für den Tod von 35 Menschen (Vorjahr: 21) verantwortlich, 23 Männern und 12 Frauen. Durch einen Suizid beendeten 18 Menschen ihr Leben, davon 16 Männer und 2 Frauen. Die Rate, also der Anteil an allen Todesfällen, lag bei 1,4% (bundesweit 1,1%). Im Vorjahr hatten im Landkreis 10 Menschen Suizid begangen. Der 10-Jahresmittelwert beträgt im Landkreis bei 17, was über der gesamtbayerischen Suizidrate liegt. Die „Männerlastigkeit“ ist im Landkreis noch ausgeprägter als in der Stadt Amberg: 83% der Suizide wurden im 10-Jahreszeitraum von Männern begangen, bundesweit waren es 74%.

Quellen:

1 Bay. Landesamt f. Statistik und Datenverarbeitung                                https://www.statistikdaten.bayern.de/

2 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 022 vom 19.01.2017 https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_022_232.html                                                  

Verfasser und Ansprechpartner:

Dr. Roland Brey, Medizinaldirektor

Leiter des Gesundheitsamtes Amberg im Landratsamt Amberg-Sulzbach

Hockermühlstr. 53, 92224 Amberg, Tel.: +49 9621 39 669

eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ,

Tel. (direkt): +49 9621 39 656, Fax (direkt): +49 9621 37605-366

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