DSCF4216 „Bewaffnet“ mit Rundspaten pflanzen Mitarbeiter einer oberpfälzer Landschaftspflegefirma in den kommenden zwei Wochen in Handarbeit auf rund 28.000 m² Uniper-Waldgrundstücken rund 14.000 Setzlinge verschiedenster Arten. Foto: Jan Kiver, Uniper, 2020

Umfangreicher Waldumbau auf dem Westfeld

6 Minuten Lesezeit (1243 Worte)
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Wackersdorf/Steinberg. Der von Uniper auf drei Jahre angelegte Umbau der Nadelholz-Monokulturen in einen ökologisch wertvollen, dem Klimawandel trotzenden Mischwald liegt voll im Zeitplan. In enger Zusammenarbeit mit Fachleuten der Forstwirtschaft wurden für dieses Jahr auf gut 28.000 m² Waldfläche rund 750 Festmeter Fichten- und Kiefernholz entnommen. Nun beginnt das Pflanzen.

Für die Holzentnahmen und die künftige Pflege der Flächen wurde auch das Waldwegenetz für die weitere Bewirtschaftung strukturiert und befestigt sowie Holzlagerplätze angelegt. Das Häckselgut wurde soweit wie möglich zur Verbesserung der Nährstoffe im Boden vor Ort belassen. Die Baumstämme sind an die holzverarbeitende Industrie gegangen. Diese „Vor"-Arbeiten konnten bis Ende Februar beendet werden. 

Jetzt beginnen rechtzeitig vor dem Frühlingserwachen der Vegetationsperiode die Neupflanzungen zur Schaffung eines artenreichen, ökologisch wertvollen Mischwaldlebensraumes für Insekten, Vögel und Pflanzen.
In den kommenden gut zwei Wochen werden rund 4.400 Rotbuchen, 6.800 Eichen und 1.700 Hainbuchen als Bäume erster Ordnung (Wuchs höher als 20 Meter) händisch gepflanzt. Eichen und Hainbuchen wechseln sich im Verhältnis 4:1 ab, das heißt, dass nach vier Eichen eine Hainbuche folgt. Eichen und Hainbuchen ersetzen den komplett gerodeten Fichtenbestand, während die Rotbuchen in den ausgelichteten Kiefernwald gepflanzt werden.

Speziell für Insekten, vor allem Bienen und Schmetterlinge, lässt Uniper zusätzlich entlang der Forstwege in Neunergruppen Blühsträucherreihen und dahinter Baumarten zweiter Ordnung (Wuchshöhe zwischen 10 und 20 Meter) pflanzen. Die rund 900 Setzlinge bestehen aus 450 Sträuchern wie Roter Hartriegel, Weißdorn, Gemeiner Schneeball, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen und Heckenrose sowie 450 Bäumen zweiter Ordnung wie Feldahorn, Vogelkirsche, Wildbirne, Wildapfel, Purpurweide und Vogelbeere. Zum Schutz der Neupflanzungen werden für die ersten Jahre (bis zu einer Aufwuchshöhe von 1,30 Meter) entsprechende Wildverbissschutzzäune errichtet.

Den Insekten und Amphibien aber auch bestimmten Vogelarten und sonstigem Getier werden zudem pro Hektar im neuen Ökowald zahlreiche „Neubauwohnungen" angeboten. Dafür bleiben in den beiden Waldflächen auf vier bis sechs Meter gekappte Baumstämme (Torsobäume) stehen, und es werden Totholzhaufen aufgeschichtet sowie im Zuge des anstehenden Waldwegebaus Wurzelstockinseln auf den Flächen etabliert.

Über 300.000 Euro investiert Uniper in das auf drei Jahre angelegte Waldumbauprogramm zwischen dem Rekultivierungsgelände Westfeld und der A 93. Die nördliche Grenze der insgesamt etwa 55.000 Quadratmeter Umgestaltungsflächen bildet der Wasserzulaufgraben zur Naturschutz-Ausgleichsfläche, dem sogenannten BBI-Becken. Die südliche Begrenzung ist ein Waldweg zwischen der Industriestraße und der A 93. 

Das Projekt unterstützt das Waldumbauprogramm der Bayerischen Staatsregierung zur Schaffung gesunder, standorttypischer und klimawandelresistenter Laub- und Mischwaldflächen und ist detailliert mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abgesprochen. 


Uniper hatte zugesichert, im Rahmen der Rekultivierung des Westfeldes und der damit verbundenen ökologischen Verbesserungsmaßnahmen die Nadelwaldmonokulturen auf der Flur des Steinberger Ortsteils Oder umzubauen und ökologisch aufzuwerten.
Ein erster Waldumbautest erfolgte mit sichtbarem Erfolg vor etwa sieben Jahren nordwestlich des zweiten Feuchtbiotops, das auch als Regenrückhaltebecken fungiert.
Auch wurde 2012 bereits die Wiedervernässung und Erweiterung von rund 10.000 Quadratmeter Moorwaldflächen rund um das besagte BBI-Becken und entlang dessen Wasserzulaufs erfolgreich abgeschlossen



Zwei weitere Waldbereiche folgen in den kommenden beiden Jahren.


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