20200728_Roither_See_Unwetter_5 Bild/Text: Alexander Auer

Neutraubling. „Vorne schaut es aus wie auf dem Schlachtfeld", berichtet Rainer Schung, der mit seinen Kindern am Roither Badesee war und so wie viele andere andere Menschen vom Unwetter überrascht wurde. Innerhalb von Minuten wechselte das Wetter und die Welt schien unterzugehen, so könnte die Zusammenfassung der Badeseebesucher lauten. „Es war schon länger dunkel, aber man hat gedacht, es verzieht sich und dann ist es echt innerhalb von zwei Minuten wirklich komplett losgegangen", so eine von zwei Freundinnen.

Unfassbar für alle, die am See waren, denn plötzlich fallen bis zu handballengroße Hagelkörner vom Himmel, und Bäume bis zu einem Meter Durchmesser kippen wie Streichhölzer um. Jeder springt auf, versucht sich in Sicherheit zu bringen, Eltern und Kinder rennen schreiend weg. Während es einige noch zu einem Container mit einer kleinen Überdachung schaffen und so Schutz finden, versuchen andere, wie zu Beispiel Steffi und Melissa, ihr Auto zu erreichen. Währenddessen schützen sie sich mit Handtüchern und Decken. Allerdings tragen sie, wie viele andere auch, leichte Blessuren davon. Der Rettungsdienst verzeichnet offiziell vier Verletzte.

Tausend Schutzengel hingegen hatte Johannes. Er schaut, als es losgeht, von seinem Auto zu einer Freundin, wie es ihr geht und rennt zu ihr hinüber. In dem Moment kippt ein dicker Baum auf seinen Audi TT und drückt das Dach bis auf Türgriffhöhe ein. Trotzdem sieht es Johannes optimistisch: „Zum Glück niemand wirklich ernsthaft zu Schaden gekommen, das ist das Wichtigste, materielle Sachen kann man ersetzen". Bei Moritz und seinen Freunden, die gerade erst auf den Parkplatz gefahren sind, kippt eben dieser Baum vorne auf das Auto – sie haben noch Glück, denn keiner wird verletzt.

Als die Rettungskräfte nach dem Alarmstichwort „Unwetter am Roither Weiher mit mehreren Verletzte" ankommen, sichten sie erst einmal die Lage. Es sieht chaotisch aus, aber glücklicherweise haben alle überlebt und sind nur leichte Blessuren zu verzeichnen. 

Die Feuerwehr versucht nach und nach die Wege wieder freizubekommen, denn überall liegen Bäume kreuz und quer. Währenddessen warten die geschockten Badeseebesucher ruhig, aber sie sind sich einig, dass sie alle so etwas noch nie erlebt haben.