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220519-AfD-SAD-1 Reinhard Mixl von der Schwandorfer AfD mit der Bundestagsabgeordneten Corinna Miazga.

Vaterland und Fäkalien

2 Minuten Lesezeit (481 Worte)
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Schwandorf. Am Dienstagabend hat die Kreis-AfD Schwandorf/Cham zu einem Infoabend „Im Gespräch" in den Saal des „Alten Wirts" Göth in Kreith eingeladen. Vor zahlreichem Publikum, das von weit über Schwandorf hinaus angereist war, sprachen die zwei Bundestagsabgeordneten Corinna Miazga und Stephan Protschka. Der Abend begann mit düsteren Beurteilungen. 
Die Lage in Deutschland sei „alles andere als rosig", man könne „Verfall aller Orten" feststellen, hieß es. Protschka erklärte die Milliardenhilfen für Griechenland als einen Wendepunkt seiner politischen Karriere. Er sei deshalb aus der CSU, nach eigenen Worten „aus diesem Scheißverein", ausgetreten. Fäkalsprache fand am Dienstag häufiger Verwendung, etwa als es hieß, dass „wenn auf dem Klo Scheißhauspapier" fehle, „wahrscheinlich auch der Klimawandel dafür verantwortlich" sei. 



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Damit schwenkte Protschka auf das Thema Europa, wobei er seinem ehemaligen Parteifreund Manfred Weber jegliches Heimatgefühl absprach und ihn in wörtlicher Rede fragte: „Bist du Depp überhaupt schon einmal durch Bayern gefahren?" Weber stammt im Übrigen wie Protschka aus Niederbayern. Weitere Attacken zielten auf die Grünen. Hier sprach Protschka mehrfach von „Frau Reichsmarschall Eckart" in Anlehnung an Hermann Göring und stellte unter tosendem Applaus in den Raum, dass man „den Grünen nur ins Gesicht schauen muss, um zu sehen, dass man ihnen ins Gehirn geschissen hat". 


Respekt zollte Protschka der AfD-Schwesterpartei FPÖ in Österreich und merkte an, dass es nicht sein könne, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz seine Minister nach seiner Vorstellung benennt und entlässt. „Der wird nicht mehr Bundeskanzler", erschallte dann die Warnung in die Alpenrepublik. Ein weiteres Thema war der Religionsunterricht an Schulen mit Besuchen in Gebäuden anderer Glaubensrichtungen. Hier erzählte Protschka voller Stolz, dass seine eigene Tochter – es fehlte nicht der Hinweis darauf, dass sie „lange, blonde Haare" hat – den Besuch in einer Moschee verweigert hat. 


Zum Abschluss erklärte Protschka, dass „in Deutschland niemand mehr vernünftige Politik macht, außer die ganz Linken und die ganz Rechten". Zwar seien viele Aussagen der Linken komplett falsch, doch freute sich Protschka, dass sie ihre Thesen „wenigstens vertreten".
Danach sprach die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga. Ihre norddeutschen Versuche, Lacher und Beifall zu generieren, gingen in weiten Teilen ins Leere. Eine ihrer wesentlichen Thesen betraf die Landtagswahl in Sachsen. Die Aussage: „Hoffentlich rückt Sachsen unter der CDU noch weiter nach links, denn dann fährt der Wagen an die Wand, und wir haben in Nullkommanichts 50 Prozent." Weitere Aussagen betrafen Zäune zwischen den einzelnen europäischen Ländern, die „man bauen kann, wenn man es nur will". Die Briten nannte Miazga „Verräter" und die EU ein „totalitäres Regime". 


Die Besucher reagierten häufig mit Kopfnicken und Applaus. Lediglich ein älterer Herr warb ernsthaft darum, die Klimaproblematik nicht ins Lächerliche zu ziehen, was von Protschka eher kleinlaut verneint wurde. Ein anderer Herr machte gegenüber dem anwesenden Team des Bayerischen Fernsehens seinem Ärger über die Berichterstattung der Medien lautstark Luft, welche sich als Feindbild ebenfalls durch den gesamten Abend zog. Zu sehen sind Ausschnitte des Abends am heutigen Mittwoch um 21:15 Uhr im BR-Magazin „Kontrovers".

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