Ver.di: Warnstreik Amberg erfolgreich - am Dienstag folgt Regensburg

Amberg/Regensburg. „Alle aufgerufenen Kolleginnen und Kollegen sind gekommen. Wir sind mit der Beteiligung der Beschäftigten voll zufrieden. Das war ein klares Signal aus Amberg!“  freut sich Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz).  Ver.di hatte für Montag die Beschäftigten der Stadt Amberg (Bauhof und Gärtnerei), die Zivilbeschäftigten der Bundeswehr sowie die Beschäftigten des Klärwerk Theuern zum ganztägigen Warnstreik aufgefordert. In der ersten Warnstreikwelle in Amberg sei es im Wesentlichen darum gegangen, mit Nadelstichen die Arbeitgeber wachzurütteln. Morgen sind Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Regensburg aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Ver.di fordere in dieser Tarifrunde für eine Laufzeit von 12 Monaten 6% tabellenwirksame Einkommenserhöhung, mindestens aber 200 Euro. Damit wolle ver.di vor allem die unteren Einkommensregionen im öffentlichen Dienst stärken.

Ver.di fordere daneben noch für die Auszubildenden 100 Euro monatlich mehr sowie eine Übernahmegarantie nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung.

„Unser Ziel ist es nach wie vor, auf dem Verhandlungswege zu einem tragfähigen Kompromiss zu kommen. Nachdem aber  die Arbeitgeber am 12./13. März in Potsdam erneut kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hatten, setzen sich jetzt die Beschäftigten zur Wehr!“ gibt sich Alexander Gröbner kämpferisch.

Mit den Warnstreiks in dieser Woche versuche ver.di den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde im April zu erhöhen.

Jetzt gelte es die Reihen zu schließen und in den Dienststellen und Betrieben aktiv zu werden, führt Kathrin Birner (Gewerkschaftssekretärin ver.di Oberpfalz) freut sich über die Warnstreikbeteiligung. „Wir werden täglich mehr! Alle Beschäftigten sind aufgefordert, sich in ver.di zu organisieren und sich mit uns gemeinsam in dieser Tarifrunde für eine deutliche Einkommenserhöhung sowie die Übernahme der Auszubildenden einzusetzen!“ Die öffentlichen Arbeitgeber erklärten die Forderung von ver.di als viel zu hoch und für einen Mindestbetrag zu Gunsten der unteren und mittleren Einkommen als in der Struktur schädlich. „Diese Haltung der Arbeitgeber ist ein Skandal und dagegen gehen wir heute auf die Straße“ so Birner unter lautstarkem Beifall.

Schließlich sei eine deutliche Lohnerhöhung aus Sicht des ver.di-Vertrauensmanns beim Bundeswehr Dienstleistungszentrum Amberg Herbert Marx eine Frage der Wertschätzung der Beschäftigten. Vor den rund 60 Warnstreikenden darunter 20 Zivilbeschäftigte der Bundeswehr gibt sich Marx entschlossen: „Wir stehen heute hier für mehr Lohn und das zurecht. Die Arbeitgeber dürfen nicht nur von Wertschätzung reden. Sie müssen diese auch in der Lohntüte spürbar werden lassen!“

Unterstützt wird Marx unter großem Beifall der TeilnehmerInnen vom ver.di-Vertrauensmann der Stadt Amberg, Christian Braun. „Gerade die Stärkung der unteren und mittleren Einkommen ist das Gebot der Stunde. Die Löhne müssen rauf und dafür stehen wir heute hier!“ erklärt er.

„Morgen werden wir in Regensburg weitermachen und für den Rest der Woche auch an weiteren Orten in der Oberpfalz zum Warnstreik aufrufen“ so Gröbner. „Wir rufen am 20. März 2018 die Beschäftigten der Stadt Regensburg (u. a. Kitas, Horte, Krabbelgruppen, Mittagsbetreuung, Verwaltung, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Recyclinghof, Bauhöfe, Klärwerk und Stadtgartenamt), die Beschäftigten von REWAG und Stadtwerken Regensburg, Landratsamt Regensburg, Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg (mit Verwaltung, Außenbezirk und Werkstätte) sowie die Beschäftigten des Marktes Lappersdorf zum ganztägigen Warnstreik auf!“ informiert Alexander Gröbner.

Ende der Woche werde ver.di entscheiden, ob ggf. noch vor der nächsten Verhandlungsrunde noch eine Schippe drauf gelegt werde. „Das heutige Signal macht Mut“ erklärt Gröbner.