Vereinbarkeit von Beruf und Familie: „Kostenlose Kinderbetreuung ist notwendig“

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Fast 250.000 Kinder sind im Freistaat armutsgefährdet, 87% der Familien fühlen sich laut einer Studie des Instituts Kantar Emnid überfordert bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und nur ein Viertel aller Familien in Bayern ist zufrieden mit ihrer derzeitigen Situation. „Dieses stete Gefühl der Überforderung müssen wir beseitigen.

Dazu wollen wir die Gebühren für die Kinderbetreuung abschaffen, einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung formulieren und eine Kindergrundsicherung über 400 Euro im Monat einführen“, erklärt die Regensburger Landtagsabgeordnete Margit Wild bei der Veranstaltung der BayernSPD-Landtagsfraktion im Kultur- und Mehrgenerationenhaus in Regenstauf.

Zusammen mit der Politikerin diskutierten Klaus Spangler vom Zentrum Bayern Familie und Soziales und Michael Straube, Vorsitzender des Vereins Regensburger Eltern. Spangler erklärte die verschiedenen staatlichen Unterstützungsmodelle für Familien und erläuterte, dass inzwischen fast die Hälfte aller Männer in der Oberpfalz einen Antrag auf Elterngeld stellen.

Vor mehr als 45 Jahren haben sich die Regensburger Eltern gegründet. Der Verein betreibt aktuell drei Krabbelstuben und einen Kindergarten. Für Straube ist wichtig, dass die Kinder mit gleichaltrigen spielen und so ihre sozialen Kompetenzen trainieren und ausbauen können.

Bei der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde von Regenstaufs Bürgermeister Böhringer angesprochen, dass zu viele Unternehmen bei Teilzeitstellen nur an den Vormittag als Arbeitszeit denken. Dabei würden dadurch bei den Kinderbetreuungseinrichtungen die Vormittagplätze überstrapaziert, während nachmittags Kapazitäten vorhanden sind. Andererseits  wurde von Arbeitnehmerseite kritisiert, dass sich zu lange Elternzeitpausen, zu viele Homeoffice-Tage und durch Jobsharing und Teilzeit die Karrierechancen deutlich verschlechtern. „Hier ist ein echter Kulturwandel notwendig“, resümierte Margit Wild.