VIDEO: Großer Zapfenstreich für 300 Jahre Garnisonsstadt

VIDEO: Großer Zapfenstreich für 300 Jahre Garnisonsstadt

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Amberg. Nach 300 Jahren hat Amberg das Attribut "Garnissonsstadt" verloren. Am Dienstagabend fand am Marktplatz der Große Zapfenstreich der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“  aus der Leopoldkaserne statt. Staatsminister Marcel Huber war dazu nach Amberg gekommen.

Der Große Zapfenstreich wurde von einem Spielmannszug und einem Musikkorps ausgeführt. Begleitet wurden die Musiker von zwei Zügen unter Gewehr sowie Fackelträgern. Oberstleutnant Jan Mirko Schmidt gab für den Zapfenstreich die Kommandos. Die Musikleitung übernahm der Chef des Musikkorps Veitshöchheim, Oberstleutnant Roland Dieter Kahle.

Nach dem Einnehmen und Ausrichten der Formation folgte von Oberleutnant Schmidt die Meldung an Oberbürgermeister Michael Cerny. Das Heeresmusikkorps spielte anschließend eine Serenade, bestehend aus drei Musikstücken. Zu Ehren der Stadt Amberg den traditionellen „Steigermarsch“, danach den „Deutscher-Kaiser-Marsch“, Marsch der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ sowie abschließend den Marsch des deutschen Heeres, „Des großen Kurfürsten Reitermarsch“ von Kuno Graf von Moltke.

Oberstleutnant Schmidt ließ die Formation anschließend stillstehen. Der Spielmannszug begann das Locken, dies erinnert an die Trommelsignale, die den bevorstehenden Zapfenstreich im Feldlager ankündigten. Es folgten der Preußische Zapfenstreichmarsch als Traditionselement der Fußtruppen, der Fanfarenruf als Element der berittenen Truppen und der Ruf zum Gebet durch den Spielmannszug. Nach dem Kommando „Helm ab zum Gebet“ folgte das musikalische Gebet. Die Zeremonie wurde durch das Abschlagen und den Ruf nach dem Gebet fortgesetzt. Die Nationalhymne und die Abmeldung des Großen Zapfenstreichs schlossen die Feierlichkeit ab. Zu den Klängen des „Zapfenstreichmarsches“ marschierten die Soldatinnen und Soldaten vom Marktplatz.

Nach 59 Jahren Standort Amberg heißt es für die Bundeswehr Abschied nehmen. Thomas de Maizière (CDU) hatte am 26.10.2011 als damaliger Verteidigungsminister die Standortentscheidung verkündet und somit den Umzug für die Panzerbrigade aus Amberg in die Nordgaukaserne in Cham besiegelt.

Im April beginnt der große Treck und Mitte April sollen rund 350 Angehörige ihren Dienst in Cham antreten können. Bis Ende 2018 sollen auch die übrigen Bundeswehr-Dienststellen, darunter die Feldjäger die Leopoldkaserne verlassen haben.

Für Amberg bedeutet der Umzug der Panzerbrigade den Wegfall von Arbeitsplätzen, auch der wirtschaftliche Verlust  wird für die Stadt spürbar sein. Seit 1715 war Amberg Garnisonsstadt. Damals trugen die Ofiziere noch Perücken. 

Noch angestaubter ist die originäre Herkunft der Zeremonie. Der Name Zapfenstreich stammt aus der Zeit der Landesknechte. Im Jahr 1596 wurde erstmals ein Abendsignal mit dem „Zapfenschlag“ erwähnt. Mit dem Schlag oder einem Streich auf den Zapfen eines Fasses gab der Verwalter der Militärgerichtsbarkeit (Profos) das Signal zur Nachtruhe. Ab diesem Zeitpunkt durfte der Wirt keine Getränke mehr ausschenken. Die Landesknechte mussten sich in ihre Zeltlager begeben und die Ruhe einhalten.

Später war es üblich die Nachtruhe mit Musik einzuläuten. Die heutige Zeremonie des Großen Zapfenstreichs geht auf die Befreiungskriege in den Jahren 1813 bis 1815 zurück. Das Abendlied folgt seit dem dem Zapfenstreich. König Friedrich Wilhelm III war von dem Brauch der russischen Armee nach dem Zapfenstreich zu beten, beeindruckt und gab den Befehl an sein Militär weiter. Seit 1922 endet der Große Zapfenstreich mit der Nationalhymne.


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