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VIDEO: Hans Schuierer: Wackersdorf darf nicht vergessen werden

VIDEO: Hans Schuierer: Wackersdorf darf nicht vergessen werden

3 Minuten Lesezeit (581 Worte)

Wackersdorf. Die WAA-Zeit in den 1980ern prägte die ganze Oberpfalz. Normale Bürger demonstrierten gegen den geplanten Bau der Wiederaufarbeitungsanlage und stießen dabei auf die Staatsgewalt. Unter Ihnen war auch der ehemalige Landrat Hans Schuierer. Er gilt für viele als Held der damaligen turbulenten Zeit. 

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Der Autor, Oskar Duschinger, schrieb nun ein weiteres Buch mit dem Titel „Hans Schuierer Symbolfigur des friedlichen Widerstandes gegen die WAA“ über den Ghandi der Oberpfalz, wie der „Stern“ Hans Schuierer einmal beschrieb. Am Freitagabend trafen zur offiziellen Veröffentlichung des Buches ehemalige Betroffene und viele interessierte Bürger, darunter auch etliche junge Menschen, im Konrad-Max-Kunz-Saal in der Oberpfalzhalle Schwandorf zusammen, um auf diese Zeit noch einmal zurückzublicken. Als Ehrengast war natürlich der ehemalige Landrat eingeladen. Unter weiteren den Gästen waren auch Wolfgang Nowak, Pfarrer Feichtmeier, Irmgard Gietl, 2. Bürgermeisterin Schwandorfs Ulrike Roidl, Joachim Hanisch sowie Günther Moser. Die musikalische Unterhaltung wurde durch GAMPE & Band gestaltet.

Um 19 Uhr begrüßte der Leiter des Battenberg-Gietl Verlags, Josef Roidl die Gäste. Oskar Duschinger stellte sein Buch vor und erläuterte wie eng die Zusammenarbeit mit Schuierer war, um ein weiteres Buch über den Landrat zu gestalten. Das erste Buch „Unbestechlich“, das Duschinger bereits 1986 verfasste, stand wegen wenigen kritischen Zeilen im Kreuzfeuer der Politik, was dazu führte, dass sich das Landgericht Regensburg einschaltete. Das Ergebnis war eine einstweilige Verfügung mit der Aufforderung, das Buch aus dem Handel zu nehmen. Der Streitpunkt war die Anzahl der verletzten Polizeibeamten, wobei der Begriff „verletzt“ umstritten war. Die betroffenen Zeilen wurden geschwärzt und der Buchverkauf schnellte in die Höhe.
Duschingers aktuelles Buch beschreibt nicht nur die WAA-Zeit, sondern auch das, was im politischen Leben Schuierers vor dieser Zeit und danach passierte und wie die damalige Staatsregierung systematisch versuchte, den Landrat zum Meinungswechsel zu veranlassen. Der Autor zeigt einen Politiker, der nie vergessen hat, dass er auch zum Volk gehört. Der Titel des Buches lautete zuerst „Hans Schuierer, Der Held des Widerstandes gegen die WAA in der Oberpfalz“. Er wurde nach Bitten von Schuierer abgeändert, da er sich, wie später in seiner Rede nicht als Held sieht.


Nach der Buchvorstellung von Oskar Duschinger brachte die Band GAMPE & Band den extra für Hans Schuierer komponierten Song „Hans bleib do“ vor.  Schuierer erzählte von den „Kämpfen“ gegen die damalige Staatsregierung, und dass die wahren Helden die Frauen und Bürger der Oberpfalz seien, die gezeigt hätten, was in einer Demokratie möglich ist: nämlich gewaltloser Protest. Er bedankte sich bei Oskar Duschinger für das Buch und äußerte außerdem, dass sehr viele Jahre lang nach dem Stopp der WAA dieses Thema totgeschwiegen wurde und die Angst vor Repressalien noch sehr groß war. Nach 30 Jahren können sich die ehemaligen Demonstranten diesem Thema öffnen und sie erleben diese Zeit erneut in Erinnerungen. „Das darf nie in Vergessenheit geraten“, so Schuierer.
Anschließend folgte eine Präsentation zum WAA-Widerstand vor 30 Jahren im Taxöldener Forst durch Wolfgang Nowak. Mit den Bildern wurden den Gästen die festgehaltenen Eindrücke gezeigt und Nowak erzählte, was er selber als Demonstrant erlebte. Er sammelt bis heute Originalaufnahmen und verwaltet ein sehr großes Archiv über die WAA-Zeit in Wackersdorf. Er besucht mit Hans Schuierer regelmäßig Schulen, um die Geschichte dieser Zeit an die nächste Generation weiterzugeben um sie unvergesslich zu machen.
Die Gäste konnten während der Veranstaltung das Buch kaufen sowie von Hans Schuierer und Oskar Duschinger signieren lassen.
Das Buch „Hans Schuierer, Symbolfigur des friedlichen Widerstandes gegen die WAA“ lässt die damalige Zeit wieder aufleben und soll gerade auch den jungen Menschen zeigen, dass Widerstand friedlich sein muss, um etwas zu erreichen.

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