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Viel bewegt beim Hammersee-Spendenmarsch

Viel bewegt beim Hammersee-Spendenmarsch

3 Minuten Lesezeit (539 Worte)

Ein beliebter Spazierweg in Bodenwöhr ist der Rundweg um den Hammersee. Doch eine Gruppe mit einer Personenstärke von ca. 50 Teilnehmern fiel am Sonntagnachmittag auf. Deren Motivation war eine ganze besondere: Mit einem Hammersee-Spendenmarsch bewiesen sie Solidarität mit Menschen eines der ärmsten Länder der Welt: Burkina-Faso. Ein Button auf der Kleidung der Teilnehmer bekundete den Solidaritätsgedanken mit der dortigen Bevölkerung. Der Erfolg dieser Aktion sollte überwältigen ausfallen: 1.064,62 Euro kamen so zusammen.

 

„Wir bewegen uns um etwas zu bewegen.“ So lässt sich die Wanderung umschreiben, die am Kirchplatz in der Ortsmitte ihren Anfang nahm. Das Ziel? Geografisch gesehen war es die Umrundung des Hammersees um am Ausgangspunkt wieder anzukommen. Das ideelle Ziel lautete die Förderung des Missio-Projekts, der „Katechistenausbildung in Burkina Faso“, einem westafrikanischen Staat, auch bekannt unter dem früheren Namen Obervolta.

Neben der seelsorglichen Betreuung bringen die bereits ausgebildeten Katechisten der Bevölkerung verbesserte Anbaumethoden bei, informieren über Hygienemaßnahmen und ausgewogene Ernährung und führen Alphabetisierungskurse durch. Somit helfen sie den Menschen zur Selbsthilfe. 1983 sei in Tougouri in der Diözese Kaya in Burkina Faso das Ausbildungszentrum St. Lukas für Katechisten, die als Entwicklungshelfer und Wegbereiter des Glaubens tätig seien, gegründet. Seit dieser Zeit seien bereits über 300 Katechisten-Ehepaare ausgebildet worden. Dies seien junge Paare, die in ihren Dörfern das Leben mit der Bevölkerung teilen, ihnen effektivere Anbaumethoden beibringen, über Hygienemaßnahmen und ausgewogene Ernährung informieren. Sie führen Alphabetisierungskurse durch, halten Wortgottesdienste in priesterlosen Gemeinden ab, kümmern sich um Kranke. Sie leben ihren Glauben und bilden mit ihrer Arbeit das „Rückgrat der Kirche“. Die Ehefrauen der Katechisten erhalten ebenfalls eine Ausbildung, schwerpunktmäßig auf die Förderung der Frau ausgerichtet. Die intensive Ausbildungszeit dauert vier Jahre.

Die meisten dieser jungen Leute haben nie eine Schule besucht. Der Bildungsweg, den sie im Zentrum von Tougouri antreten, ist mehrspurig. Lesen und schreiben lernen bilden die Grundlagen. Zudem erhalten sie Unterricht in der französischen Sprache für das Studium der Hauptfächer Katechese und Liturgie. Dank ihrer Ausbildung im Katechistenzentrum können und müssen die Katechistenfamilien für sich selber sorgen. Mehrheitlich sind sie Bauer, Schreiner, Maurer, Mechaniker und Schneiderin. Noch längst sind nicht alle Dörfer versorgt. Deshalb ist es der Diözese Kaya ein großes Anliegen, fortwährend junge Paare für diesen Dienst auszubilden, der zum Wohl aller Menschen beitrage. Für ein Paar seien pro Jahr 740 Euro sowie für Einzelpersonen 370 Euro an Ausbildungskosten veranschlagt. Aktuell werden 23 Paare und zehn Einzelpersonen ausgebildet. Missio werde um einen Zuschuss von 25.900 Euro pro Jahr gebeten.

„Einen Teil davon wollen wir dazu beitragen“, sagte Pfarrer Johann Trescher während der Sonntagsgottesdienste. Wer einen davon besucht hatte, der war klar im Vorteil, denn ein Quiz während einer Pause am Pavillon enthielt Fragen, die von den Teilnehmern leicht beantwortet werden konnten, die die Ansprache des Ortsgeistlichen aufmerksam verfolgt hatten. Zur Belohnung gab es Schokolade aus „fairem Handel“. Anschließend bewältigte die Gruppe den restlichen Weg. Am Ausgangspunkt wieder angekommen, konnten gegen Spenden der Sonntagskaffee und selbstgebackener Kuchen genossen werden. Insgesamt kamen so sagenhafte 1.064,62 Euro zusammen.

Pfarrer Johann Trescher dankte allen für ihr Engagement, das zu diesem wunderbaren Erfolg geführt hat. Apropos Kaffee und Kuchen: Noch weitere Aktionen zugunsten dieses Missio-Projektes folgen. Am 20. September in Neuenschwand und am 4. Oktober in Bodenwöhr, jeweils nach den Gottesdiensten wird Kuchen zum Kauf angeboten, eben zugunsten der Katechisten-Ausbildung.

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