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Vilshofener Hexen stürmten Rathaus

Vilshofener Hexen stürmten Rathaus

2 Minuten Lesezeit (466 Worte)

Besen schwingend, vom Reiser Tobias und der Weinfurtner Theresa mit ihren Quetschn angeführt, machten die Vilshofener Hexen am Rosenmontag die Marktgemeinde unsicher. Nach einem kräftigen Frühstück bei der ehemaligen Hexe Hilde Ehrnsperger standen in Rieden Blumen-Deml und der Nettomarkt auf ihrem Fahrplan, ab ging’s mit dem Hexennachwuchs im Einkaufswagen durch die Regalreihen. Sekt und Krapfen gab’ zur Atzung.

„Komm. hol den Besen raus“ und „Schiefe Absätz’ und in jedem Strumpf a Loch, aber saufen, saufen dua mo doch“ sangen die wilden Weiber. Dann hatten sie den „Hirschenwirt“ auf ihrer Liste, „g’schnapselt“ wurde dort kräftig und zum Dank gesungen: „Alle Hexen sind schon da, große, kleine, dicke, junge, alte, halt die ganze Hexenmeute.“ 

Bild: „Doch tanzen tät ich gern mit ihr. Darauf trinken wir jetzt hier“ hatte Bürgermeister Erwin Geitner (rechts) gereimt – und so kam er zu einem Geburtstagstänzchen mit Oberhex’ Irene Schönberger.

Beim Zahnarzt Dr. Küss standen Kaffee, Cola und Orangensaft parat. Dann kam die Arztpraxis an die Reihe. Für die Nachwuchshexen war das Karussell in der Marktapotheke der Renner. Weiter ging’s es „auf a Glaserl Sekt“ zur Sparkasse und zur Raiffeisenbank. Die Metzgerei Greß und der Dotzauer Ernst wurden nicht vergessen.

Bild: Die kleine Johanna. Enkelin der Oberhex’, ist mit ihren fünf Jahren die jüngste der „wilden Weiber aus Vilshofen“.

Danach ging es ab ins Rathaus. Bürgermeister Erwin Geitner empfing, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Josef Weinfurtner, den Räten Josef Spies und Andreas Weinfurtner, die „wilden Weiber aus Vilshofen“. Sekt, Bier, Orangensaft, Handwurst, Semmeln, Brezen und Spitzel standen parat. Die Theresa und der Tobias spielten auf, die Hexen sangen und schunkelten – Artigkeiten wurden ausgetauscht. Bürgermeister Erwin Geitner  reimte „Schön ist es, wenn ihr uns beehrt und fleißig mit den Besen kehrt. Leider konnt’ ich euch nicht fliegen sehn …“. Und er wusste weiter „Die Oberhex’ gar greislich schaut, ich hoff’, dass sie mich nicht verhaut. Doch tanzen tät ich gern mit ihr. Darauf trinken wir jetzt hier“. Er überreicht im Namen des Marktgemeinderates eine Spende, erhält von der Oberhex’ Irene Schönberger als Gegengabe ein Vogelhäuschen (mit Schnapsflasche als Inhalt), „denn jetzt hat schon bald jeder einen Vogel“.

Bild: Im Rathaus war am Rosenmontag der Teufel los: Die Hexen aus Vilshofen schunkelten und sangen lauthals „Prost, prost, prost – dass d’Gurgl net verrost“.

Dann aber hieß es „Happy Birthday“, denn die Irene konnte am Rosenmontag auch ihren Geburtstag feiern. Die Hexen sangen ein „Trulala“ und stimmen „Prost, prost, prost – dass d’Gurgl net verrost“ an. Die Vilshofener Hexen sind nicht so leicht unterzukriegen. Weiter ging’s durch Riedener Wirtshäuser und Geschäfte. Dass natürlich anschließend noch in Vilshofen „as ganze Dorf abgrast“ wird, hat seit mehr als 20 Jahren bei den Hexen Tradition. Vor dem Riedener Rathaus stehen derweil schon die Narrhallesen  um ihre Aufwartung zu machen – leicht hat’s halt ein Bürgermeister auch im Fasching nicht.   

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