Schlackenmarsch

Sulzbach-Rosenberg. 92 Kilometer zu Fuß vom Schlackenberg bis nach Tachov in Tschechien. Das sind zweimal ein Marathon und dann noch einmal knappe acht Kilometer. Die Strecke muss innerhalb 24 Stunden zurück gelegt werden. Organisator und Vorsitzender des Schlacken-Vereins Stefan Thar wird vom 10. bis 11. Oktober mit gutem Beispiel voran gehen. Einige Mitstreiter haben sich bereits angemeldet. Der Verein hat sich die  "Belebung des Schlackenbergs und Sulzbach-Rosenbergs" auf die Fahnen geschrieben.


Im Pressegespräch erläutert der Stadtrat seine Idee. „Der Stadtrat macht eine gute Arbeit und insbesondere freut es mich, dass jetzt der Umbau des Liliencenters konkrete Formen angenommen hat. Als Stadtrat-Youngster beschäftigt mich natürlich auch die Frage, was bietet unsere Stadt für Familien? Warum sollen sie nach Sulzbach-Rosenberg ziehen und nicht woandershin? Ein wichtiges Argument ist sicher die Außenwirkung der Stadt, die ein erstes argumentatives Statement ist!"


Und genau an diesem Punkt setzt der Baubiologe an. Die Idee der Extremmärsche sei schon lange keine Randerscheinung mehr. Die größten Anbieter seien „Megamarsch" und „Mammutmarsch" mit bis 3.000 Teilnehmern pro Veranstaltung. „Ich will unsere Aktion sicher nicht mit diesen Veranstaltern vergleichen", fährt Stefan Thar mit einem verschmitzten Lächeln fort, „aber vielleicht können wir ja mit einer kleinen Gruppe hier eine Tradition begründen, die als Sport-Event zusammen mit Altstadtfest, SRIMF und Kirwa die Außenwirkung der Stadt auf eine breitere Ebene hebt."


Damit bekräftigt Strefan Thar auch die Überlegung, den Schlackenmarsch als jährliche wiederkehrende Veranstaltung zu etablieren. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Frage mit der gleichen Begeisterung am 11. Oktober nach der Ankunft in Tachov bejahen würde. Aber ein oder zwei Tage später werde ich mit Sicherheit schon an 2021 denken." Lachend fügt er hinzu: „Ich hab mich entschieden, mit diesem Marsch meine Grenzen zu erkunden. Wenn ich scheitern sollte, so lerne ich, dass ich eine bessere Vorbereitung auf dieses Abenteuer brauche. Dann werde ich es im nächsten Jahr schaffen. Vielleicht ist ein bißchen Training für diese Aufgabe zu wenig. Aber wer es nicht wagt, wird er nicht herausfinden."

So viel Ehrlichkeit reißt mit. Die Teilnahme geschieht auf freiwilliger Basis. Die Nenngebühr beträgt 50 Euro (Anmeldung unter https://schlacken.wordpress.com/2020/08/14/1-schlackenmarsch). Start ist am 10. Oktober um 14 Uhr beim Gasthaus Kreiner. Am Schlackenberg veranschiedet die Bergknappen-Kapelle die Teilnehmer. Unterwegs warten vier Verpflegungsstationen. In Tachov wartet im Schloss der Bürgermeister mit einer Stadtabordnung auf die Wanderer. Die Rückfahrt von Tachov nach Sulzbach-Rosenberg wird organisiert.