Warnstreik im Innovationspark Wackersdorf

Warnstreik im Innovationspark Wackersdorf

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Wackersdorf. Eine gute Stunde lang stand am Donnerstag die Produktion in den Werkshallen des Wackersdorfer Innovationsparks still. 750 Mitarbeiter des Autoherstellers BMW und der Zulieferfirmen Automotive Logistics, Schnellecke Group, Lear Corporation und SGL Automotive versammelten sich um zehn Uhr zum Warnstreik vor den Werkstoren.

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„Wir sind keine Nutztiere, sondern Arbeitnehmer mit einem Recht auf eine angemessene Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung“, rief der Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Jürgen Scholz, den streikenden Kollegen zu. Die IG Metall verlange sechs Prozent mehr Lohn und für die Beschäftigten die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden absenken und später wieder aufstocken zu können. Die Arbeitgeber bieten dagegen eine Lohnerhöhung von zwei Prozent und eine Einmalzahlung von 200 Euro an und verlangen „eine Flexibilisierung der Arbeitszeit nach oben“.

Auf dieses Angebot antworten die Gewerkschaften derzeit mit Warnstreiks. 110 000 Arbeitnehmer in Bayern und 500 000 bundesweit haben sich bislang an den Aktionen beteiligt, wie Jürgen Wechser bestätigt. Der IG-Metall-Bezirksleiter  bedauert: „In den drei bisherigen Verhandlungsrunden haben sich die Arbeitgeber nicht bewegt“. Nächster Termin ist der 25. Januar. Wenn sich auch dann „substanziell“ nichts tue, kündigt Jürgen Wechsler 24-stündige Streiks an.

BMW-Betriebsrat Michael Faltermeier fordert „einen gerechten Anteil an den Gewinnen“ und macht deutlich: „Wir brauchen die Rückendeckung möglichst aller BMW`ler“. Er nutzte den Warnstreik auch zur Feststellung: „Die IG Metall ist gegen eine Zweiklassengesellschaft in den Betrieben“. Der Leiter des IG-Metall-Vertrauenskörpers konnte erste Erfolge melden. Zum 1. Januar sei der Entgeltunterschied der Leiharbeiter zur Stammbelegschaft um weitere sechs Prozent verkürzt worden. Die Gewerkschaft werde weiterhin für eine Übernahme der Kollegen eintreten.

Das Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz (AÜG) regelt, dass Leiharbeiter nicht als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen und gesteht ihnen das Recht auf Leistungsverweigerung zu. „Deshalb ist auch eure Teilnahme am Warnstreik rechtlich abgesichert“, bestätigte Michael Faltermeier den vor ihm stehenden Leiharbeitern.

Auch für das Stammpersonal hatte der Betriebsrat eine erfreuliche Mitteilung. In Zukunft soll bei Warnstreiks grundsätzlich ein Zeitabzug und nicht, wie bisher, ein Entgeltabzug erfolgen. Dies habe den Vorteil, so Michael Faltermeier, „dass die Warnstreiks keine Folgen für die BMW-Erfolgsbeteiligung haben werden“. 


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