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Was die Toten übers Hüttenwerk erzählten

Was die Toten übers Hüttenwerk erzählten

1 Minuten Lesezeit (254 Worte)

An 700 Jahre Hüttenwerksgeschichte erinnerten die Schauspieler des Festspielvereins „Ring der Eisenzeit“ bei einem Balladenabend am Freitag auf der Seewinkl-Bühne. Der Oberverweser ließ die 100 Zuschauer eintauchen in die finstere Zeit des Mittelalters. In eine Zeit der Säufer, Mörder, Österreicher, Brucker und Oberlandler. Die „toten“ Protagonisten riefen Denkweisen, Ereignisse und Charaktere längst vergangener Tage in Erinnerung. Den Bauernschreck Hofseß, den Werwolf und den Brauknecht, den die Wasserfrau einst holte.

Die „Spielleit von Ammenberg“, bestehend aus Ulrich Starke, der liederlichen Christiane und Bernd von Ammenberg, erinnerten an die Hammergesellen von Bodenwöhr, die einst Spieße, Schwerter, Feldkreuze und Bratpfannen herstellten. Nach der Verödung im 30-jährigen Krieg richtete Johann Schreyer ab 1670 das Hüttenwerk in Rekordzeit wieder auf. Weil er ein schlauer Wirtschaftskapitän war, ersann er Wege, die Rohstoffkosten zu senken. Seit dem Mittelalter hatten die Bodenwöhrer Hammerherren das Erz per Pferdefuhrwerk aus der alten Amberger Heimat geholt. Nun ließ Schreyer die Region um das Hüttenwerk herum nach Eisenvorkommen untersuchen und wurde 1692 fündig.

Dann betrat der Oberverweser Franz Adam Hofseß die Bühne. Er war ein Bauernschinder und frommer Christ, ging mit der Flinte in die Kirche, um den Pfarrer zu längeren Predigten anzuhalten. Er fälschte das Flurkataster und klaute damit der Gemeinde Kaltenbrunn den Wald. Oder er holzte heimlich den Wald der Gemeinde Erzhäuser ab. Als die Österreicher das Hüttenwerk besetzten, musste Hofseß mit ihnen notgedrungen zusammenarbeiten. Schirmherr Lothar Höher lobte die Schauspielkunst der Akteure und war „begeistert vom wunderschönen Ambiente der Seebühne“. Er ließ sich im Laufe des Abends selbst in das Geschehen mit einbinden.

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