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"Wurstsuppnfoahrn" wieder eine Mords-Gaudi

"Wurstsuppnfoahrn" wieder eine Mords-Gaudi

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Was wäre der Fasching in Rieden ohne das „Wurstsuppnfoahrn“ beim Bärenwirt, eine Faschingsveranstaltung der besonderen Art? Und so war am Samstag der Saal auch heuer wieder proppenvoll. Sogar das Bayerische Fernsehen war mit einem Aufnahmeteam vor Ort, um das Spektakel über die Sendung „Aus Schwaben und Altbayern“ bekannt zu machen.

Vorab aber gab es zur Einstimmung für die Besucher eine schmackhafte, „ganz ordinäre Wurstsuppn“. Dann aber kam Leben in die Bude: Sieben urige Musikanten zogen ein. Voran der Reindl Toni und der Zapf Richard mit ihren Ziehharmonikas, der Zapf Wastl bearbeitete seine kleine Trommel, der Fischer Andreas die Teufelsgeige und der Richthammer Erhard sein Tamburin. Der Pilhofer Ernst und der Lochner Walter setzten mit ihren Quetschn noch eins drauf. Zünftig spielten sie auf: Zwiefache, Bairische, Polka, Walzer und Landler.

„Guten Abend, liebe Leut’, wir kommen aus der Fern', mir ham g’hört, dass g’schlacht is worn beim Bärn“ psalmodierte der Erhard Richthammer mit der Kraxn auf dem Buckl. Und er versprach: „Ihr wollt heut’ an netten Abend erleb’n – wir wollen unser Bestes geb’n“. Fuhr fort: „Es gibt Fleisch und Wurst und Sauerkraut, roh, gekocht, zur Not auch vorgekaut“. Alles war halt so wie früher, wenn zur Hauschlachtung beim Bauern ab und zu die „Wurschtsuppnfahrer“ begleitet von einem Quetschnspieler kamen und mit lustigen Reimen um eine Wurstsuppe bettelten. Wenn dann einmal der Wursterer nicht aufgepasst hatte und einige Würste platzten, war die Wurstsuppe erst „so richtig guat.“ Ein Stückerl Kesselfleisch mit Sauerkraut oder eine Blut- und Leberwurst dazu, das war das besonders in schlechten Zeiten für die „Noudig’n,“ die ärmeren Leute, ein Fest.

Bevor es aber beim Bärenwirt an die Fleischtöpfe ging, mussten sich die Gäste noch einiges gefallen lassen. So erfuhr der Motorsportclub aus Schmidmühlen: „Wo ein Schweinderl über die Klinge springt, der Schmidmühlner seine Gabel schwingt“. Zu den beiden Matterns meinte er gar: „… ihr habt’s g’scheid g’fressn. Gabi, da brauchst morgen nix zum Essen“. Über die Gäste, gar bis aus Oberfranken waren sie gekommen, wusste der Erhard noch einiges, bis er alle aufforderte „Haut’ eich nur voll und lasst’s es eich schmecka, dann kinnt’s eich wieda d’ Goschn ablecka.“

Das ließ sich keiner zweimal sagen, denn die Bärenwirts-Susanne und ihre Mutter fuhren auf, was sie in ihrer Kuchl aus der Sau gezaubert hatten: saure Lunge, gebackene Zunge, Herz in Dillsoße, saure Nieren, durchwachsenes Brüstl, schmackhafte Fleischpflanzerl, knusprige Ripperl, saure und gebratene Würstl, Kesselfleisch „und a a G’selchts“. Dazu Dotsch, Bratkartoffeln, Kartoffelstampf und Sauerkraut. „G’schmeckt hat’s – guat war’s“ waren sich alle nach Durchprobieren und auch Nachfassen einig. Ein Schnapserl zur Verdauung danach und später dann noch „das Kalte von der Sau“: Presssack-, Schmalz- und Streichwurstbrot. Eine rechhaltige Tombola rundete den Abend ab. Die Musikanten aber spielten weiter zünftig auf und sorgten für Stimmung.

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