Zimmerermeister gastierte an der Kallmünzer Schule

Kallmünz. Eine ganz besondere Schulstunde wurde den 8. und 9. Klassen der Johann-Baptist-Lassleben-Schule in Kallmünz zuteil. Ein Zimmermeister war in die Schule gekommen, um im Rahmen der Berufsbildung über den Handwerksberuf zu informieren und natürlich auch für Nachwuchs in den Handwerksberufen zu werben. Doch wer eine trockene Schulstunde à la „Was macht ein Zimmerer? Welches Werkzeug benutzt er? und wie viel verdient er?“ erwartet hatte, wurde auf`s Angenehmste enttäuscht, so Dr. Eva Schropp.

Verpackt in eine spannende Geschichte überzeugte Richard Betz, so hieß der Zimmerermeister, alle restlos von seiner Botschaft: „Mach das, was du gern tust, schau nicht nur auf Prestige und Ansehen, glaub an dich und finde deinen Weg.“ Dass nebenbei eine Leonardo-da-Vinci-Brücke gebaut wurde, erhöhte den Spaß noch zusätzlich.

Die Erzählung der Betz’schen Lebensgeschichte berührte die Schülerinnen und Schüler ebenfalls. Denn was wusste er nicht alles zu erzählen: Wie er als Mathe-Genie und Sohn eines Politikers auf ein Elite-Internat gekommen sei, wie sehr er seine Anna geliebt habe, wie er als Banker auf die schiefe Bahn und daher ins Gefängnis gekommen sei... Und wie er am im Handwerk seinen Traumberuf und ein erfülltes Leben gefunden habe. Betz erzählte auch von seinem Onkel Johann, einem „Spätberufenen“, der erst mit 50 Jahren auf die Walz gegangen sei und immer an seinen Neffen geglaubt habe.

Dazwischen immer der Appell an die Jugendlichen: „Ihr könnt etwas, ihr seid wertvoll und die Schulnoten alleine sind nicht alles. In der Lehre positioniert ihr euch ganz neu!“ Die Acht- und Neuntklässler waren begeistert von der etwas anderen Unterrichtsstunde. „Wunderbar“ - „Mal ganz was Anderes“ – „Einfach Klasse“ hörte man am Ende der Stunde, die voller Spaß und Spannung war.

Nach dem Schlussapplaus gab es für die Schülerinnen und Schüler gleich noch etwas zum Mitnehmen. Ein „Wanderbuch“, wie es bei den Zimmerleuten üblich ist, in das sich manche Schülerin gleich eine Widmung vom Meister schreiben ließ. Dr. Eva Schropp dankte am Ende der Veranstaltung dem Förderverein und dem Landkreis, dass die Leonardo-Brücke für die Schule gekauft wurde und ein großer Dank ging an die Zimmerer-Innung, die die Theateraufführung finanziert hat, denn diese war etwas ganz besonderes und einzigartiges und nur wenige Schulen wurden ausgewählt.