Zur Symbolik der Bücherverbrennung von der Antike bis zur Gegenwart

Bücherverbrennungen sind aus Geschichte und Legendenbildung seit der Antike nicht wegzudenken.

Besonders im Mittelalter versucht man, „Falsches" durch die Vernichtung seiner Überlieferung zu tilgen und in symbolisch aufgeladener Inszenierung, oftmals zusammen mit ihrem Autor, aus der Welt zu schaffen. Bekannt sind die Ketzerprozesse, deren zeichenhafte Rituale für die Zeit des späten Mittelalters gut dokumentiert sind, und die Bücherverbrennungen der Reformationszeit.

Ging es in der Spätantike um die Durchsetzung der für richtig befundenen Religion, geht es dem Mittelalter um die Festigung der für richtig erkannten christlichen Glaubenslehren. Parallel dazu wurde mit der Verfolgung des Talmuds in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts der unverhohlene Versuch unternommen, jüdische Glaubensauslegung zu tilgen. In späterer Zeit sind es politische Ansichten, die von Schandritualen der Vernichtung betroffen sind, um 1933 in oftmals pseudoreligiösen Ritualen der Verbrennung unliebsamer literarischer und politischer Werke durch die Nationalsozialisten zu kulminieren. In Regensburg wurden dazu die zu verbrennenden Bücher auf einem Handkarren in augenscheinlicher Anlehnung an Arme-Sünder-Karren mittelalterlicher Verbrennungen auf den Neupfarrplatz gekarrt. Insbesondere die der Vernichtung beigemessene Symbolik spricht eine deutliche Sprache, der im Vortrag an zahlreichen Beispielen nachgegangen wird.

Der Vortrag findet in Kooperation zwischen dem Evangelischen Bildungswerk Regensburg und der Staatlichen Bibliothek Regensburg statt. Kosten: 8,00 / 5,00 EUR

Anmeldung: bis zum 25. Januar 2022, 12:00 Uhr beim EBW Regensburg. Tel. 0941 – 592 15-0 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Über die Staatliche Bibliothek:

Die Staatliche Bibliothek Regensburg zählt mit ca. 500.000 Medien zu den großen kulturellen Institutionen in Regensburg und der Region. Gegründet 1816 ist die Bibliothek mit mehr als 90.000 Drucken mit Erscheinungsjahr vor 1800, mehr als 1.000 Handschriften und Autographen sowie etwa 7.000 Altkarten eine Schatzkammer des gedruckten Kulturerbes der Region. Sie verschließt sich aber auch der Transformation des anvertrauten Wissens in das digitale Zeitalter nicht. Neben vielen anderen Digitalisierungsprojekten wurden gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek und Google etwa 70.000 urheberrechtsfreie Drucke digitalisiert und über den Onlinekatalog zur Verfügung gestellt. 

Damit nimmt die Staatliche Bibliothek Regensburg eine Spitzenstellung in der Bereitstellung digitaler Medien unter allen kulturellen Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland ein. Ferner erfüllt die Staatliche Bibliothek die Aufgabe als Archivbibliothek nach dem Bayerischen Pflichtstückegesetz für den Regierungsbezirk Oberpfalz. D.h. von jedem veröffentlichten Werk der Region wird ein Exemplar dauerhaft in der Staatlichen Bibliothek verwahrt und steht einer öffentlichen Nutzung zur Verfügung. 

Öffnungszeiten: Mo – Fr 9-18 Uhr, Sa 14-18 Uhr


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