Wie klingt die Oberpfalz?

„Glockenklang und Kirwagschroa“, „Vom Hammerklang zum Pendlerlärm“ oder auch „Erdäpfel, Zoigl oder Döner?“ sind Themen der neun Klangboxen der Ausstellung „Wie klingt die Oberpfalz?“. Im Kreuzgang des Klosters Ensdorf wurde sie am Dienstag eröffnet. Die Ausstellung sei toll gemacht, so dass sie für Schüler und junge Menschen schon wegen der Technik interessant sei, betonte Jürgen Zach, Verwaltungsleiter des Klosters. „Die Erwachsenen aber werden sich eher an den Inhalten und deren tolle Aufbereitung erfreuen“ führte er weiter aus.

„Eine funktionelle Ausstellung, die alle Besucher begeistern wird“, lobte Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher bei seinem Grußwort auch im Namen seiner Bezirkstagskollegen Richard Gaßner und Martin Preuß. Für ihn sei die Ausstellung gerade in den Klostermauern besonders wertvoll. Die Oberpfalz werde hier durch intensiven Klang und Ton erlebt und kennen gelernt, „… für mich ist die Konzeption der Ausstellung hervorragend“.

Auf die Entstehung der Ausstellung und ihre Gestaltung ging Bezirksheimatpfleger Dr, Tobias Appl ein. Wie klinge eine Region, wie solle man sich dem Thema annähern, es wissenschaftlich erarbeiten und in die Praxis umsetzen ohne sich der klassischen Klischees zu bedienen? Mit diesen Fragen, ging Appl ins Detail, hätten sich 35 Studenten der Vergleichenden Kulturwissenschaft und der Medieninformatik an der Universität Regensburg sowie zehn Studenten der Fachakademie für Raum- und Objektdesign Cham im Rahmen eines gemeinsamen Projekts beschäftigt. „So strömten die Studenten aus um sich mit den Tönen der Oberpfalz zu beschäftigen“, berichtete Appl.

Aber die Herangehensweise musste gedreht werden auf „was sind die Themen, welche die Menschen in der Oberpfalz prägen“. Also Geräusche zu finden, die dies angehen und zusammenfassen. Bilder und Texte zu den Themen zu finden, betonte der Bezirksheimatpfleger, „ist bei diesem studentischen Projekt, welches Kultur und Geschichte der Oberpfalz einbindet wunderbar gelungen“. Die Ausstellung werde weiter durch die Oberpfalz wandern, ab 2017 auch in Tschechien zu sehen sein. Sein Dank gelte dem Ensdorfer Kloster mit Direktor Pater Christian Liebenstein an der Spitze für die Aufnahme sowie dem Bezirkstag der Oberpfalz, der das Projekt möglich machte.

Eine Oberpfälzer Polka spielten Stefan Huber und Koma Lüderitz zum Auftakt, brachten bei der musikalischen Umrahmung der Ausstellungseröffnung auch Walzer, südamerikanische und transsilvanische Volksmusik zu Gehör. Die Ausstellung werde für Interessierte bis Sonntag, dem 7. Juni, von 8 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet sein, betonte abschließend Verwaltungsleiter Jürgen Zach. Merkte an, dass zum Ende der Ausstellung am 7. Juni um 19 Uhr noch ein Konzert im Innenhof des Klosters gesetzt sei: Songs des Berliner Liedermachers Klaus Hofmann und eigene moderne Lieder in Oberpfälzer Mundart aus der Tiefe unserer Heimat.