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Jugendarbeit #weitermachen

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Oberpfalz. Junge Menschen leiden, ebenso wie die Älteren, besonders unter den Kontaktbeschränkungen der Pandemie. Das Bedürfnis junger Menschen nach echten Gemeinschaftserfahrungen ist enorm hoch. Der Bezirksjugendring der Oberpfalz setzt sich deshalb für Perspektiven und neue Angebotsformen in der aktuellen Situation ein. Wie der Bezirksjugendring Oberpfalz in Regensburg mitteilte, soll die Kampagne „#weitermachen" in der gesamten Oberpfalz für den Stellenwert der Jugendarbeit werben und Perspektiven aufzeigen. 

Die Verantwortlichen der Oberpfälzer Jugendringe und Jugendverbände tauschten sich deshalb bei Online-Treffen aus und vernetzten sich. Gerade der Wunsch vieler junger Menschen nach Gemeinschaftserfahrungen und Begegnungen führe den Stellenwert der Kinder- und Jugendarbeit deutlich vor Augen.

Kreative Ideen, um in Kontakt zu bleiben

Damit die jungen Menschen, die nach den Erfahrungen der Jugendringe und Jugendverbände in der Oberpfalz nach vielen digitalen Angeboten oft „online-müde" sind, ein wenig Abwechslung erleben können, haben sich die Verantwortlichen der Jugendarbeit in der Oberpfalz viele kreative und spannende Projekte ausgedacht. Boxen, die prall gefüllt mit Spielideen, Bastelmaterial und Geschichten per Post verschickt werden, Pflanz-Sets für Zuhause, Brief-Aktionen für die Seniorenheime oder neuen Anreiz an Web-Seminaren durch hochkarätige Referentinnen und Referenten, wie beispielsweise Fußball-Weltmeister Philipp Lahm – das sind nur ein paar der unzähligen Ideen, die in den vergangenen Wochen umgesetzt wurden.

Der Vorsitzende des Bezirksjugendrings-Oberpfalz, Philipp Seitz, zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der kreativen Aktivitäten der Oberpfälzer Jugendarbeit, die auf die Schnelle auf die Beine gestellt wurden. „Gerade in der aktuellen Situation leiden Kinder und Jugendliche unter den fehlenden sozialen Kontakten. Umso wichtiger ist es, nun ihre Sorgen, Interessen und Bedürfnisse wahrzunehmen und Angebote für junge Menschen zur Verfügung zu stellen." Dazu gehöre auch, als Jugendverband zu zeigen, dass man für die Kinder und Jugendlichen auch in der aktuellen Zeit da sei.

„Besonders bemerkenswert ist dabei das Engagement und der Einsatz unzähliger Ehrenamtlicher, die so viel Zeit, Ideen und technisches Know-How einbringen.", so Thomas Vitzthum, Vorstandsmitglied im Bezirksjugendring. Auch die Mitarbeiter/-innen der Oberpfälzer Jugendarbeit waren da und haben die Kinder und Jugendlichen in ihren jeweiligen Situationen nicht im Regen stehen lassen, sondern mit ihren altersspezifischen Anliegen in solch ungewöhnlicher Zeit wahrgenommen.

Junge Menschen wollen nicht nur Bundesliga schauen

Aus Sicht der Jugendringe und Jugendverbände fehle der Jugendarbeit oftmals eine politische Lobby. Es brauche dringend einen Perspektivwechsel bei Politik und Verwaltung. Auch in den Debatten im Bayerischen Landtag sei die Jugendarbeit in Bayern zu kurz gekommen. Junge Leute seien keine Objekte, die in Schulen und Kitas aufbewahrt oder betreut werden müssen, betont auch Matthias Fack, der Präsident des Landesjugendrings. „Kinder und Jugendliche brauchen geschützte Räume der Gemeinschaft und der Begegnung, in denen sie als Menschen wahrgenommen und gehört werden."

Detlef Staude, Kreisvorsitzender der Sportjugend in Regensburg, beobachtet in den Chatverlaufen seiner Fußballmannschaft, dass es Angebote für junge Menschen brauche und hier auch die Politik gefordert sei, Entscheidungen auch für junge Menschen verständlich darzulegen. „Junge Menschen wollen nicht nur Bundesliga schauen, sondern auch selbst Sportangebote in der Gemeinschaft wahrnehmen." Die Erlaubnis, die Fußball-Bundesliga spielen zu lassen, aber gleichzeitig den Amateursport komplett zu verbieten, sei den jungen Spielerinnen und Spielern oftmals nur schwer zu vermitteln – zumal die Vereine auch schon fundierte Hygienekonzepte ausgearbeitet hätten und ein kontaktloses Training durchaus umsetzbar sei.

Jugendarbeit ist KEINE freiwillige Leistung

Für einige Jugendorganisationen war und ist die Situation durch Corona nicht leicht: Veranstaltungen finden nicht statt, Stornogebühren müssen bezahlt werden, Mitglieder treten aus, Bildungshäuser können nicht belegt werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Sollten dann noch Haushaltssperren und Sparmaßnahmen in Folge der Corona-Maßnahmen hinzukommen, wäre dies für viele Jugendorganisationen in der Oberpfalz nur schwer zu stemmen.

Aus Sicht des Bezirksjugendrings brauche es gerade in der aktuellen Pandemie eine „nachhaltige finanzielle Unterstützung für die Jugendarbeit". Bezirksjugendring-Vorsitzender Philipp Seitz betonte, dass junge Menschen nicht nur Schüler seien. Die Freiräume für Hobby und Freizeit sowie Gestaltungsmöglichkeiten seien derzeit aber stark eingeschränkt. Hier sei es wichtig, die Bedürfnisse der jungen Menschen im Blick zu behalten: „Sie benötigen Räume der Gemeinschaft und der Begegnung."

„Jugendpolitik ist Zukunftspolitik."

„Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Politik erkennt, wie wichtig Jugendarbeit für eine zukunftsfähige Gesellschaft ist", betont der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksjugendrings Jürgen Preisinger.

Hierfür wird sich der Bezirksjugendring Oberpfalz auch im Jahr 2021 einsetzen, damit auch zukünftig Jugendarbeit möglich ist und die Belange junger Menschen gehört werden. Noch wichtiger ist es jedoch, junge Menschen selbst mitgestalten zu lassen.

Abschließend waren sich die Vertreter/-innen der Oberpfälzer Jugendarbeit einig: "Auch wenn es gerade schwieriger ist - wir werden für die Kinder und Jugendlichen #weitermachen!"

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