Schulverband-Finanzen: Bürgermeister Stabl sieht Klärungsbedarf

Schulverband-Finanzen: Bürgermeister Stabl sieht Klärungsbedarf

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Was kostet ein Mittelschüler seine Heimatgemeinde pro Jahr? Im Schulverband Bruck-Bodenwöhr kristallisieren sich nach rund sieben Jahren des laufenden Betriebes neue Zahlen heraus. Endgültig scheinen die nicht zu sein, der aktuelle Kenntnisstand floss aber in den Haushaltsplan für 2016 ein – gegen die Stimme des Bodenwöhrer Bürgermeisters Richard Stabl, der noch erheblichen Klärungsbedarf sieht. Weil der von ihm abgelehnte Etat eine – noch theoretische – erhebliche Nachzahlung für Bodenwöhr für die Jahre 2008 bis 2015 enthält.

 

Rund 50 Kinder entsendet die Hammerseegemeinde in den Schulverband. Aktuell sind es ein paar weniger, wodurch die Bodenwöhrer eine Stimme im Verbandsrat verloren haben. Der Schulbetrieb läuft hauptsächlich an der Brucker Schule ab – etliches an Turn- und sonstigen Unterrichtsstunden aber auch in Bodenwöhr, wodurch hüben wie drüben Kosten anfallen, die wiederum vom Verband beglichen werden müssen. Die beiden Mitgliedsgemeinden zahlen wiederum dem Anteil „ihrer“ Kinder gemäß in den Etat des Verbandes ein.

Nachzahlungen von über 300.000 Euro?

So weit, so kompliziert. Dazu kommt, dass die Brucker Kämmerei vier Jahre lang verwaist war. Seit Bestehen des Schulverbandes leistete Bodenwöhr eine jährliche Vorauszahlung von rund 60.000 Euro im Jahr – und Bürgermeister Stabl monierte nach eigenen Worten immer wieder, dass es keine endgültigen Jahresabrechnungen gab. Inzwischen flossen laut Stabl rund 400.000 Euro aus Bodenwöhr in den Verband.

Mit Daniel Schreiner hat der Markt Bruck wieder einen Kämmerer. Um einen Überblick über die tatsächlich anfallenden und bereits entstandenen Aufwendungen des Schulverbandes zu erhalten, beauftragte das Gremium die Neunburger Beratungsgesellschaft abula mit einer entsprechenden Kostenermittlung. Die kostete natürlich auch – rund 40.000 Euro, wie auf der Verbandsratssitzung am Donnerstag zu hören war. Auf Basis dieser Erhebung müsste die Gemeinde Bodenwöhr nach Auskunft des Brucker Kämmerers Schreiner für die Jahre 2008 bis 2016 einen zusätzlichen Beitrag von 447.000 Euro an den Verband abführen und bekäme vom Verband im Gegenzug für eigene Leistungen 53.000 Euro für die Jahre 2008 bis 2015 erstattet. Schließlich ist die moderne Doppelturnhalle in Bodenwöhr ja regelmäßig schulisch in Betrieb.

Für die seit vielen Jahren „armen“ Hammersee-Anrainer ist ein Saldo von rund 400.000 Euro natürlich hart zum Nach- bzw. Einbezahlen. Stabl fragte bei der Sitzung entsprechend nach, wie hoch die jährlichen Kosten, die Bodenwöhr tragen muss, nach der abula-Erhebung seien. Auf rund 110.000 Euro schätzte sie Kämmerer Schreiner – also fast doppelt so hoch wie die Vorauszahlung, die bei Gründung des Schulverbands auf Basis verschiedener Berechnungen ermittelt worden war.

Bodenwöhrer Anlagen nicht berücksichtigt

Dem Vernehmen nach flossen am Freitag hektische Mails durch die kommunalpolitischen Internetleitungen. Brucks Bürgermeister Hans Frankl wünscht sich, dass kein falscher Zungenschlag in die Debatte kommt. Schließlich stellen die besagten 400.000 Euro noch keine konkret ausgesprochene Forderung dar, sondern lediglich einen Haushaltsansatz – eine Darstellung, die sein Kämmerer Schreiner teilt.

Bodenwöhrs Bürgermeister Stabl merkt an, dass im abula-Rechenwerk ein Anhang mit verarbeitet wurde, der die Anlagen der Brucker Schule bewertet. Solch eine Bewertung für die Bodenwöhrer Einrichtungen findet sich jedoch nicht darin, moniert Stabl – Abschreibungen u.ä. sind so nur für die Brucker Gebäude etc. eingerechnet worden. Diese These bestätigt der Brucker Kämmerer. Sollten die Gemeinden es verlangen, könne man diese Ungleichheit beheben, sagt er.

Neunburg stünde bereit

Mit Interesse beobachtet der Neunburger Bürgermeister Martin Birner die Entwicklungen in seiner Nachbarschaft. Als Neunburger Schulverbandsvorsitzender hat er die Bürgermeister-Kollegen der VG-Gemeinden Schwarzhofen, Thanstein, Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini sowie der Gemeinde Altendorf mit an seinem Tisch sitzen. „Bei uns läuft das alles sehr harmonisch“, sagt er im Gespräch mit dem OK. Sollte Bodenwöhr sich schulmäßig in seine Richtung orientieren wollen, stünde der Neunburger Verband mit offenen Armen parat – Kapazitäten für die rund 50 Bodenwöhrer Kinder stünden nach umfangreichen Baumaßnahmen (z.B. neue Mensa) jederzeit zur Verfügung.

 


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